Salzburgs Start unter Jaissle fand ohne Daka statt

Mit dem jüngsten Kader in der Red-Bull-Ära hat Serienmeister Salzburg am Dienstag offiziell die Vorbereitung auf die neue Saison gestartet. Bei Kaiserwetter instruierte der neue Trainer Matthias Jaissle erstmals seine Mannschaft. Der Torjäger fehlte. Patson Daka wird laut übereinstimmenden Medienberichten nicht zu Leipzig, sondern nach England zu Leicester City wechseln. Um kolportierte 30 Mio. Euro, wodurch der Sambier zum Rekord-Verkauf der Bundesliga avancieren würde.

Vollzug wollte Christoph Freund noch nicht vermelden, ein Neuzugang hingegen ist quasi fix. Nicolas Capaldo (22), ein argentinischer zentraler Mittelfeldspieler, zuletzt bei Boca Juniors unter Vertrag, wird in Salzburg andocken. Laut Salzburgs Sportchef spießt sich beim Transfer „eigentlich gar nichts mehr“, so mancher Vertrag müsste postalisch noch die Kontinente wechseln. „Südamerika ist nicht ums Eck, die Boca Juniors ein großer Verein, so einen Transfer macht man nicht alle Tage.“

Der ehemalige U23-Teamspieler Argentiniens wird damit zum zweiten externen Neuzugang der Salzburger nach dem polnischen Innenverteidiger Kamil Piatkowski. Weitere Transfers sind nicht ausgeschlossen, wie der Neo-Trainer wissen ließ: „Ich gehe mal davon aus, dass es noch den einen oder anderen Abgang gibt und den einen oder anderen, der vielleicht zu uns stößt“, sagte Jaissle.

Der 33-jährige Nachfolger des erfolgreichen Jesse Marsch muss das Team auf neuralgischen Punkten neu aufstellen. Mit Cican Stankovic, Andre Ramalho und nun Daka sind neben dem Trainer der Stammgoalie, Abwehrchef und Torjäger der vergangenen Saison abgesprungen. Sorgenfalten bereitet der Aderlass aber niemandem mehr, es ist in Salzburg längst gelebte Praxis.

Der frühere Liefering-Coach Jaissle war über den größeren Umbruch eigenen Aussagen zufolge früh informiert. „Das ist der konsequente Weg, der in Salzburg seit Jahren gelebt wird.“ Freund zeigte sich vielmehr „happy“ über das derzeitige Aufgebot, dem sehr wahrscheinlich auch wieder der Brasilianer Bernardo angehören wird. „Ich glaube, es ist der jüngste Kader, den wir je hatten“, sagte der Sportchef. „Entscheidend ist aber nicht, dass wir nur jung sind, sondern extreme Qualität haben.“ Und die betonten Trainer und Sportchef am Dienstag unisono.

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Zlatko Junuzovic zeigte sich angetan von Neo-Trainer. „Er hat ein gutes Auftreten, gute Persönlichkeit, ist sehr zielstrebig, klare Formulierungen auch – das finde ich sehr gut“, sagte Junuzovic über den früheren Hoffenheim-Profi, der jünger ist als er selbst. Die Altersfrage beantwortete Junuzovic wie sein neuer Chef. „Alter spielt keine Rolle. Entscheidend ist die Qualität.“

In einem Monat fällt der Liga-Startschuss, kurz davor mit dem ÖFB-Cup das erste Pflichtspiel. Der erste Höhepunkt steht dann Mitte August auf dem Programm, wenn Salzburg im Champions-League-Play-off um die dritte Teilnahme an der „Königsklasse“ in Folge spielt. Jaissle: „Wir haben die große Herausforderung, das mit dem großen Umbruch zu erreichen. Aber es ist nach wie vor unser Ziel.“ Das Play-off ist die letzte Hürde auf dem Weg in die Gruppenphase.

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