Salzkammergut 2024 legt Grundstein

Gründung regionaler Kulturhauptstadt GmbH, mehrköpfiges Direktorium

Stefan Heinisch, Projektkoordinator Salzkammergut 2024
Stefan Heinisch, Projektkoordinator Salzkammergut 2024 © Daniel Gollner/Büro Salzkammergut

Das Salzkammergut mit Bad Ischl an der Spitze wird, wie berichtet, Europäische Kulturhauptstadt 2024. Nach dem Zuschlag im November befinde man sich voll im Arbeitsmodus, sagt Projektkoordinator Stefan Heinisch. Heuer erfolgt etwa die Gründung einer Kulturhauptstadt GmbH und die Bestellung eines siebenköpfigen künstlerischen Direktoriums.

Kurz vor Weihnachten hatte das Bewerberteam noch die schriftliche Jury-Begründung erhalten, warum das Salzkammergut und nicht St. Pölten oder Dornbirn Kulturhauptstadt 2024 wird. Die „sehr hohe Qualität“ der Bewerbung wurde herausgestrichen.

Die vorgeschlagene Erzählung „Kultur als das neue Salz“ habe das Format, „lokales als auch internationales Publikum“ zu berühren. Auch regionale Themen in einen europäischen Kontext zu übersetzen wie etwa Hypertourismus (in Hallstatt), fand große Zustimmung. Die europäische Dimension des Programms sollte noch erweitert werden.

Noch keine Bewertungen einzelner Objekte

Ab Ende Jänner sollen Open Calls für die Projektideen und Infoveranstaltungen losgehen. Künstlerische Bewertungen einzelner Projekte stehen jedoch noch nicht an.

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Jetzt gehe es um „die Handlungsfähigkeit“ von Salzkammergut 2024, damit ab dem zweiten Quartal „inhaltlich und programmatisch gearbeitet werden kann“, nennt Heinisch als erstes Ziel. Dazu müssen Projektträgerschaft und Geschäftstätigkeit durch die Gründung einer Kulturhauptstadt GmbH abgesichert werden.

Auf die Grundsteinlegung der GmbH folgt die Ausschreibung von Führungsfunktionen. Entgegen Linz09 wird für Salzkammergut 2024 kein Intendant bestellt. „Mit dem ,Stand-alone-Prinzip’ hat es nicht immer positive Erfahrungen gegeben“, so Heinisch. Die künstlerische Leitung für die Region Salzkammergut übernehme ein Direktorium aus sieben Personen, von denen vier noch heuer per öffentlicher Ausschreibung gesucht werden.

Drei Personen sind bereits nominiert, sie stammen aus dem Bewerbungsteam: Petra Kodym und Heidi Zednik, die maßgeblich das Bewerbungsbuch mitgeschrieben haben sowie Gottfried Hattinger, der langjährige ehemalige Leiter des Festivals der Regionen. Er wisse, wie das Salzkammergut „tickt“. Dass er „mit an Bord ist“, sei auch wegen seiner internationalen Kontakte wichtig. Hattinger sei ein „Netzwerker“, der als routinierter Festivalleiter wertvolle „Berufserfahrung“ mitbringe, so Heinisch. Die Mehrheit des künstlerischen Direktoriums soll aber aus auswärtigen Persönlichkeiten bestehen, „die die Gruppe bereichern, damit die internationale Strahlkraft gewährleistet wird“.

Getrennt davon wird heuer auch die Position des kaufmännischen Leiters ausgeschrieben. Er wird ein Budget von 30 Mio. Euro zu verwalten haben. Ein Drittel davon übernehmen Land OÖ und die Steiermark. Von den aktuell 20 Gemeinden aus dem Salzkammergut befinden sich vier in der Steiermark. Entsprechend der Einwohnerzahl teilen sich die Bundesländer den Betrag. Ab heuer wird OÖ sechs mal jährlich 1,4 Mio. Euro zuschießen, die Steiermark knapp 235.000 Euro.

Vier Gemeinden denken noch über Teilnahme nach

Wie viele Gemeinden letztlich teilnehmen, kann Heinisch noch nicht sagen. In St. Gilgen, Strobl, St. Wolfgang und Pinsdorf laufen noch Überlegungen. „Am 30. Juni 2020 muss die Regionalisierung der Kulturhauptstadtregion abgeschlossen sein“, so Heinisch. Die Region solle durch „progressive Kulturarbeit“ zusammenwachsen, was nur gelingen könne, wenn viele Gemeinden Teil dieses Prozesses seien.

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