Schallenberg warnt vor einer Migrationswelle aus Afghanistan

Nach Abzug der NATO-Truppen dürfe man das Land nicht allein lassen

Schallenberg (l.) mahnte im Gespräch mit Stoltenberg weiteres ziviles Engagement auch nach dem Truppenabzug in Afghanistan ein.
Schallenberg (l.) mahnte im Gespräch mit Stoltenberg weiteres ziviles Engagement auch nach dem Truppenabzug in Afghanistan ein. © APA/BMEIA/Gruber

Außenminister Alexander Schallenberg hat am Montag bei einem Besuch bei NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel vor einer Vernachlässigung Afghanistans nach dem Truppenabzug gewarnt.

Immerhin würden Afghanen die zweitgrößte Gruppe der Asylantragsteller in Österreich bilden. Das zivile Engagement der EU und der NATO müsse daher gestärkt werden, weil man keine neue Migrationswelle aus dem Land wolle.

Bisher sind in Afghanistan insgesamt noch etwa 9600 NATO-Soldaten stationiert. Der Abzug soll bis spätestens 11. September abgeschlossen sein. Auch das österreichische Bundesheer hat derzeit noch 14 Personen vor Ort.

Weiteres Thema war das Engegement für den Westbalkan. In der Region werde die „österreichische Expertise von unseren NATO-Partnern besonders gewürdigt“, betonte Schallenberg.

Weiters fand am Montag in Brüssel ein Treffen der EU-Außenminister statt. Dabei erteilte Schallenberg einem Vorschlag von Erweiterungskommissar Oliver Varhelyi eine Absage. Dieser hatte eine Diskussion darüber angestoßen, ob die EU bei anhaltender Blockade der Beitrittsverhandlungen mit Nordmazedonien nur Gespräche mit dem Kandidatenland Albanien aufnehmen soll.

Schallenberg erklärte, er hielte es für „absurd, dass man genau den Vorzugsschüler Nordmazedonien jetzt schon auf die Seite schiebt“.

Weiters rief der Minister zur Einigkeit der 27 EU-Staaten in der Auseinandersetzung mit Russland auf.

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