Schauspiellegende Peter Weck feiert 90. Geburtstag

Peter Weck hat dem kulturellen Leben der letzten Jahrzehnte als Schauspieler, Regisseur, Produzent und Intendant seinen Stempel aufgedrückt. Mit seiner Vielseitigkeit und Serien wie „Wenn der Vater mit dem Sohne“ und „Ich heirate eine Familie“ schrieb er nicht nur TV-Geschichte, sondern gilt auch als Erneuerer des deutschsprachigen Musicals.

Am 12. August feiert er 90. Geburtstag. Aus diesem Anlass hat er auch seine 2010 erschienene Autobiografie „War’s das?“ (Amalthea) ergänzt und erweitert. Große Feierlichkeiten stehen — auch wegen der Coronakrise — nicht an.

Weck wurde am 12. August 1930 als Sohn eines Ingenieurs in Wien geboren. Der ehemalige Sängerknabe schloss seine Ausbildung an der Schauspielabteilung des Max-Reinhardt-Seminars mit Auszeichnung ab. Seinem ersten Engagement am Stadttheater Klagenfurt (1953) folgten Verpflichtungen am Berliner Theater am Kurfürstendamm, dem Theater in der Josefstadt, an den Münchner Kammerspielen und am Hamburger Schauspielhaus. Ab 1957 war Weck elf Jahre lang Mitglied des

Burgtheaters, wo er als Stani in Hofmannsthals „Der Schwierige“, als Zwirn in Nestroys „Lumpazivagabundus“ oder Rosenkranz in Stoppards „Rosenkranz und Güldenstern“ Bühnenerfolge feierte. Daneben gastierte er u. a. bei den Salzburger und Bregenzer Festspielen. Am Schauspielhaus Zürich versuchte er sich erstmals als Regisseur. Lediglich sein Versuch, auch als Schlagersänger zu reüssieren, verlief weniger erfolgreich.

Von „Sissi“ bis „Ich heirate eine Familie“

Nach Filmerfolgen mit „Mädchenjahre einer Königin“ und als Erzherzog Karl-Ludwig in „Sissi“ mit Romy Schneider, „Mariandl“, „Vater, unser bestes Stück“ oder „Immer Ärger mit den Paukern“ landete Weck Publikumshits im Fernsehen: in den 1970er Jahren als Sohn von Fritz Eckhardt in „Wenn der Vater mit dem Sohne“ und in den 1980er Jahren in „Ich heirate eine Familie“ an der Seite von Thekla Carola Wied.

1983 übernahm Weck die Direktion des Theaters an der Wien, wo er zum Einstand das Erfolgsmusical „Cats“ herausbrachte. 1987 wurden die Vereinigten Bühnen Wien (VBW) ins Leben gerufen und unter seine Generalintendanz gestellt. Zu den weiteren Musicalerfolgen unter Wecks Leitung gehören „A Chorus Line“ und „Les Miserables“ im Raimund-Theater sowie im Theater an der Wien „Phantom der Oper“ und „Freudiana“. Mit der Uraufführung des Riesenerfolgs „Elisabeth“ beendete Weck 1992 seine Ära als Leiter der VBW. Es folgten die Leitung des Rhein-Main-Musical-Theaters in Niederhausen bei Frankfurt und parallel dazu weitere Fernseharbeiten wie die TV-Neuverfilmung des „Hofrat Geiger“.

2010 veröffentlichte Weck unter dem Titel „War’s das?“ seine Memoiren. Nach dem plötzlichen Tod seiner Frau Ingrid, mit der er fast 45 Jahre lang verheiratet war, pausierte Weck lange. Der Tod seiner Gattin im Frühjahr 2012 sei für ihn ein tiefer Einschnitt gewesen, sagte Weck. In leichten Unterhaltungsfilmen wollte er ab dann nicht mehr mitspielen. 2014 war Weck als mordender Pensionist im „Tatort“ zu sehen. Im Jahr darauf spielte er in der ZDF-Reihe „Engel der Gerechtigkeit“ einen Mann, der seine klinisch tote Frau nicht sterben lassen will. Von der Bühne verabschiedete er sich erst im vergangenen Winter, als er im Bayerischen Hof in „Sonny Boys“ noch einmal auf der Bühne stand.

Drei goldene Kameras, „Bambi“ und die „Romy“ aus Platin für sein Lebenswerk zählen zu den vielen Erfolgtrophäen des Fernsehstars, der freilich auch die Titel Professor und Kammerschauspieler trägt.

60 Sendungen mit und über Peter Weck im ORF

Mit zwei neuen Porträts würdigt der ORF den Mimen – das erste, „Das war’s noch nicht — Peter Weck zum 90. Geburtstag“ von Michael Meister, wird am 15. August in ORF 2 über die Bildschirme flimmern. Insgesamt begeht der ORF den 90er Wecks bis 30. August mit rund 60 Sendungen in ORF 2 und ORF III. Das Highlight, der „Weck-Tag“, ist am 23. August: ORF III zeigt sechs Weck-Klassiker, bevor Maximilian Grubers Porträt „Peter Weck — Der ewige Sonny Boy“ Premiere feiert.

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