Schmelzende Pole könnten Meere bis zu 39 Zentimeter steigen lassen

Forscher verglichen Modelle, die teilweise große Abweichungen aufweisen

Bei gleichbleibender Erderwärmung könnten schmelzende Eismassen auf Grönland und in der Antarktis den weltweiten Meeresspiegel nach Modellrechnungen von Forschern um bis zu 39 Zentimeter steigen lassen.

Das berichtete das Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven am Donnerstag unter Berufung auf eine Studie, für die 14 Forschergruppen ihre Rechenmodelle miteinander verglichen.

Ziel des groß angelegten Vergleichs war es demnach, Schwachstellen in den Simulationen zu entdecken und deren Qualität zu verbessern. Mit Blick auf Grönland kamen sämtliche Eisschildmodelle zu einem einheitlichen Ergebnis.

Sofern der Treibhausgasausstoß gleichbleibend hoch bleibt, tragen die abschmelzenden Gletscher dort neun zusätzliche Zentimeter zum Meeresspiegelanstieg bei.

Mit Blick auf die Antarktis waren die Computersimulationen sich dagegen weit weniger einig. Die Vorhersagen reichten von minus 7,8 Zentimeter bis plus 30 Zentimeter bei einem gleichbleibenden CO2-Ausstoß.

Das bedeutet unter anderem, dass einige der Modelle davon ausgehen, dass bei einer Erwärmung der Ostantarktis dort so viel Schnee fällt, dass dies den Beitrag der vor allem im Westen des Kontinents stark schmelzenden Eismassen ausgleicht.

Bäume als Abstandhalter bei Klimakonfernz

Eine Clownerie und Klänge aus Ravels „Bolero“ haben am Donnerstag den Klimagipfel „Austrian World Summit“ (AWS) in der Spanischen Hofreitschule eröffnet. Für die „Corona-Ausgabe“ wurden in der Reitinstitution Bäumchen als Abstandhalter zwischen den Sitzen platziert, sodass sich Bundespräsident Alexander Van der Bellen auf der „Konferenz der Bäume“ wähnte.

AWS-Organisator Arnold Schwarzenegger, der wegen der Corona-Krise in Los Angeles bleiben musste, erinnerte in Live-Schaltungen an die Dringlichkeit der Klimakrise und berichtete über die verheerenden Brände, welche die Realität wie einen Katastrophenfilm wirken ließe. Die Klimakrise sei die wahre Pandemie, sagte Schwarzenegger, mit sieben Millionen jährlichen Todesopfern – und es gibt dagegen „keine Impfung, außer unsere eigenen Handlungen“.

„Auch wenn unser Fokus derzeit auf der Pandemie-Bekämpfung und der Weltwirtschaftskrise liegt, ist es wichtig, nicht auf den Klimawandel zu vergessen“, fasste Bundeskanzler Sebastian Kurs die Ausgangslage zusammen. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass die Wirtschaft wieder in Gang gebracht werden müsse. Es gelte wirtschaftliche Interessen und die Umwelt zu gleichermaßen zu schützen, so der Kanzler.

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