Schmerzhafte Blütezeit

Für manche Menschen fiel der Urlaub diesen Sommer ins Wasser, Schuld daran war eine Gürtelrose. Wichtig ist, die Symptome zu kennen und früh gegenzusteuern. Die Erkrankung kann äußerst schmerzhaft und unangenehm sein und im Extremfall sogar zur Erblindung führen.

Die Erkrankung beginnt mit einem plötzlichen, brennenden Schmerz – meist zwischen Taille und Brust, manchmal im Gesicht, am Ohr oder Auge. Oder man fühlt sich, als hätte man einen grippalen Infekt. Wenige Tage später überzieht ein bandförmiger Ausschlag die immer heftiger schmerzende Körperstelle. Der Name: „Gürtelrose“ entstand im Volksmund, weil die Krankheit oft im Gürtelbereich zu einer „Wundrose“ führt. Etwa jeder Fünfte erkrankt in seinem Leben daran, besonders oft trifft es ältere Menschen und jene mit geschwächtem Immunsystem. Auslöser sind kleinste Krankheitserreger, sogenannte Varizella-Zoster-Viren, die auch für die Windpocken verantwortlich sind. Zwar ist man vor Windpocken geschützt, wenn man sie einmal gehabt hat, doch die Erreger bleiben im Körper und können vor allem bei Stress eine Nervenentzündung auslösen.

Gürtelrose blüht besonders gern im Sommer

„Sommerlicher Stressfaktor für den Körper kann zu intensive Sonnenbestrahlung sein“, erklärt Ärztin Eva Hunatschek vom LKH Freistadt: „Die Reparaturmechanismen der Haut müssen dann Schwerarbeit leisten, wodurch die Immunabwehr geschwächt wird.“ Dazu kommen oft anstrengende Reisevorbereitungen, Schlafmangel, ungewohnte Kost sowie Luftschadstoffe und Ozon.

Besteht der Verdacht auf Gürtelrose ist rasches Handeln das Allerwichtigste. Die Erreger vermehren sich extrem schnell und dringen in die Nervenzellen ein. Diese entzünden sich und verursachen starke Schmerzen. Dann wandern die Viren weiter in die Haut und entwickeln rote Flecken, die sich später in Bläschen verwandeln. Haben sich die Zosterbläschen auf Stirn oder Kopfhaut gebildet, kann der Erreger vorübergehend die Gesichtsnerven lähmen. Ist das Virus in die Zellen der Augennerven vorgedrungen, kann es die Binde- und Hornhaut zerstören und sogar zur Erblindung führen.

Daher gilt es, so rasch wie möglich die Vermehrung der Varicella-Zoster-Viren einzudämmen“, erklärt Hunatschek: „Dauer und Intensität der Erkrankung werden so vermindert, Folgeschäden kann vorgebeugt werden. Dazu kommen schmerzlindernde Mittel sowie Salben, die den Juckreiz lindern.“ Die Bläschen dürfen nicht aufgekratzt werden, denn die Flüssigkeit ist hochansteckend und es können sich Narben bilden. Eine Gürtel-
rose ist ansteckend, bis der Ausschlag komplett abgeheilt ist. Daher ist Körperkontakt zu anderen Menschen – vor allem zu Schwangeren, Menschen mit geschwächtem Immunsystem und jenen, die nicht vor Windpocken geschützt sind – zu meiden. Die äußeren Anzeichen einer Gürtelrose verheilen normalerweise in vier bis sechs Wochen, bis zu zehn Prozent der Patienten leiden aber auch danach unter chronischen Nervenschmerzen – mitunter Monate, Jahre oder ein Leben lang.

Seit einigen Jahren gibt es einen Impfstoff für Menschen ab dem 50. Lebensjahr, die gewisse Voraussetzungen erfüllen. Der aktuelle Forschungsstand besagt, dass er prinzipiell wirkt – die Wahrscheinlichkeit, an Gürtelrose zu erkranken, senkt oder einen schweren Verlauf verhindert. Die Langzeitwirkung ist noch nicht belegt. Und es ist unklar, ob die Wirkung länger als fünf Jahre anhält.