Auch Schubert holt Gold bei Kletter-Heim-WM

Jakob Schubert hat sich am Sonntag seinen zweiten Kletter-Weltmeistertitel im Vorstieg gesichert. Der 27-jährige Tiroler setzte sich bei der Heim-WM in der ausverkauften Olympiaworld in Innsbruck knapp vor dem tschechischen Titelverteidiger Adam Ondra durch. Beide fielen an der gleichen Stelle (36+) von der Wand, den Ausschlag für Schubert gab die bessere Platzierung im vorangegangenen Semifinale.

Bronze sicherte sich der Deutsche Alexander Megos (33,5). Der slowenische Semifinalsieger und Mitfavorit Domen Skofic musste sich mit Rang fünf (29+) begnügen. Die Vorstieg-Bewerbe waren also fest in österreichischer Hand. Am Samstag hatte bereits die 21-jährige Niederösterreicherin Jessica Pilz mit ihrem Triumph bei den Damen für einen Auftakt nach Maß gesorgt. „Dass es so aufgeht für uns Österreicher ist ein Wahnsinn“, jubelte Schubert. Er war der einzige KVÖ-Athlet im Finale. Max Rudigier als Elfter und Georg Parma als 17. schieden zuvor im Semifinale aus.

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„Es war ein riesiger Traum von mir, hier und heute zu gewinnen. Dass es wirklich wahr geworden ist, kann ich noch gar nicht glauben. Es ist einfach unglaublich“, sagte Schubert. 2012 hatte er in Paris seinen ersten Titel gewonnen. Der zweite hat für ihn aber einen höheren Stellenwert. „Man merkt, wie das ganze Publikum mitfiebert, es war eine Wahnsinnsstimmung. Man merkt auch, wie viele Gesichter im Publikum sitzen, die einen gut kennen. Das ist etwas ganz Besonderes und ich weiß nicht, ob ich so etwas irgendwann einmal wieder erleben kann“, verlautete das KVÖ-Ass.

Im Finale hatte der Neo-Weltmeister auch eine Schrecksekunde zu überstehen. „Ein bisschen unter der Hälfte war ein Sprung, wo ich mir gedacht habe, dass ich da keine Schwierigkeiten haben werde. Ich war da aber unsicher, es war haarscharf, dass ich da nicht rausrutsche“, schilderte Schubert. Trotz der dabei verlorenen Kräfte gelang es dem Semifinalzweiten gleich weit wie Ondra zu klettern. „Durch das gute Training hatte ich genug Kraftreserven, um danach weiter rauf zu fighten“, sagte Schubert.

Bei ihm war die Nervosität, die er in der Qualifikation und im Semifinale noch verspürt hatte, wie weggeblasen, wie er betonte. Das war wohl ein Mitgrund für den starken Auftritt, der in einer tollen Karriere einen weiteren Meilenstein brachte. Neben den zwei WM-Titeln und dem Vize-Weltmeistertitel 2016 triumphierte Schubert bereits 21-mal im Weltcup. Diese Saison gab es mit zwei Siegen und einem zweiten Rang drei Podestplätze.

Seine Medaille bekam Schubert noch am Sonntagabend im Rahmen einer Zeremonie am Innsbrucker Marktplatz überreicht. Dabei stand auch Ondra am Podium, der es ebenfalls nicht nach ganz oben geschafft hatte. „Dieser Zug war vielleicht ein bisschen zu schwer“, meinte der Tscheche über die Schlüsselstelle. Trübsal blasen wollte er aber nicht. „Ich bin stolz über und glücklich mit dem zweiten Platz.“

Am Montag ist der einzige Ruhetag bei der WM. Für die Herren geht es am Mittwoch mit der Qualifikation im Bouldern weiter. Auch in diesem Bewerb, wie auch in der Kombination, geht Schubert an den Start – und das mit großem Selbstvertrauen. „Ich freue mich jetzt schon auf die nächsten Bewerbe“, sagte der Tiroler. Das Boulder-Finale ist am 15. September angesetzt, jenes in der Kombination am Tag darauf.