Schüler fordern erneut Erleichterungen bei Matura

AHS-Direktoren sind gegen Erleichterungen — Oberstufenschüler fühlen sich vom langen Fernunterricht psychisch stark belastet

Der coronabedingte Fernunterricht bringt Oberstufenschüler teilweise psychisch an ihre Grenzen. Viele könnten sich nicht mehr gut motivieren und seien durchgehend müde, berichtet Bundesschulsprecherin Alexandra Bosek von der Schülerunion.

Sie könne zwar angesichts der britischen Virusmutation die spätere Rückkehr in die Klassen nachvollziehen. Schüler müssten nun aber unbedingt die Möglichkeit bekommen, eventuelle Bildungslücken zu schließen. Für die Matura will sie zusätzliche Erleichterungen. Es müssten dieselben Regeln gelten wie für den ersten Corona-Jahrgang 2020, betont Bosek im Gespräch mit der APA. Damals gab es u. a. schriftliche Klausuren nur in drei Fächern, die mündliche Matura war überhaupt nur freiwillig.

Erleichterungen zugesagt

Für die Matura 2021 hat Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) bereits Erleichterungen vorgelegt, die teils mit jenen des Vorjahrs ident sind: Auch diesmal ist die Präsentation der Vorwissenschaftlichen Arbeit (VWA) freiwillig, bei den schriftlichen Klausuren wird die Arbeitszeit um eine Stunde verlängert und wie im Vorjahr wird die Jahresnote wieder in die Maturanote — sowohl schriftlich als auch mündlich — einbezogen. Zudem können die Themenbereiche bei der mündlichen Matura um maximal ein Drittel gekürzt werden. Der Antritt ist allerdings verpflichtend vorgesehen.

Bosek, den Elternvertretern der mittleren und höheren Schulen und der Initiative „Fairtura“ ist das aber zu wenig. „Täglich melden sich bei uns verzweifelte Schülerinnen und Schüler, die sich im Stich gelassen fühlen und aufgrund des Distance Learnings von Konzentrationsschwierigkeiten, fehlender Lernmotivation und geringem Lernerfolg berichten“, so die Initiatoren der „Fairtura“-Petition mit bisher rund 19.000 Unterschriften. Die Maturanten befänden sich seit Monaten im Fernunterricht, „in unserer Situation scheint die halbherzige freiwillige Reduzierung von Themenkörben der mündlichen Matura um 30 Prozent absurd“. Deshalb soll auch 2021 die mündliche Matura nicht verpflichtend sein.

„Mündliche“ gehört dazu

Keine Unterstützung für diesen Vorstoß kommt von den AHS-Direktoren. Sprecherin Isabella Zins fände es „fatal, alles irgendwie nachzulassen“, wie sie gegenüber der APA betont. Die Maturanten, die ja trotz Fernunterricht gruppenweise in die Schulen geholt werden konnten, seien auf einem guten Weg. Dazu gebe es bereits Erleichterungen wie spätere Klausurtermine und Ergänzungsunterricht. Sollten doch noch massive Probleme auftauchen, könne man bei der schriftlichen Matura noch an der einen oder anderen Schraube drehen. „Aber VWA und mündliche Matura sind aus meiner Sicht kein Problem“, so Zins. An ihrer Schule, dem BORG Mistelbach, würden viele Maturanten freiwillig die VWA präsentieren, weil das für sie dazugehöre. Und bei der mündlichen Prüfung gebe es ohnehin die Möglichkeit, den Stoff einzuschränken. „Ich finde, zu einer Matura gehören auch mündliche Leistungen und das ist zu schaffen.“

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