Schule kehrt „mit Respekt“ zurück

Ab 7. Dezember Unterricht in Volks- und Mittelschulen, Oberstufen bleiben vorerst „auf Distanz“

Ab Montag kehren die Schüler an Volksschulen, AHS-Unterstufen, Mittel- und Polytechnischen Schulen wieder in die Klassen zurück. Das gleiche gilt für Maturanten und Schüler anderer Abschlussklassen.

Die restlichen Klassen an Berufsschulen, AHS-Oberstufen und BMHS bleiben bis Weihnachten im Distance Learning, so Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP). Außer an Volksschulen gilt grundsätzlich eine Maskenpflicht im Unterricht. Pro Fach gibt es dieses Semester nur eine Schularbeit.

Die unterschiedliche Vorgehensweise begründete Faßmann bei einer Pressekonferenz am Mittwoch einerseits mit dem unterschiedlichen Infektionsgeschehen je nach Altersgruppe, aber auch mit der Betreuungsfrage und den unterschiedlichen Voraussetzungen für das Distance Learning.

An Oberstufen könne am ehesten selbstständig gelernt werden. Gleichzeitig gibt es aber auch für diese Schüler die Möglichkeit, stundenweise bis zu 25 Prozent einer Klasse an die Schule zu holen — etwa für Werkstättenunterricht, so Faßmann. Für die Vorbereitung von Schularbeiten könne dies sogar bis zur Hälfte sein. Die Schularbeiten selbst können an den Schulen durchgeführt werden — wenn Platz dafür ist, also etwa Turn- oder Festsäle bzw. andere größere Räume dafür zur Verfügung stehen.

Nur eine Schularbeit

Für Schularbeiten in allen Schulformen gilt: In diesem Semester gibt es nur eine Schularbeit pro Fach. Hat diese bereits stattgefunden, entfallen eventuell geplante weitere. Falls sie noch nicht abgewickelt wurde, kann diese ab 7. Dezember durchgeführt werden. Falls auch die Durchführung dieser einen Schularbeit nicht mehr möglich ist, können die Lehrer für die Note auch auf andere Formen der Beurteilung — etwa die Mitarbeit — zurückgreifen.

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Die grundsätzliche Maskenpflicht für Schüler und Lehrer im Unterricht sieht Faßmann als „heikle Angelegenheit, gar keine Frage“. Aber: „Bevor wir den Präsenzunterricht aufgeben, ist mir dieses gelindere Mittel lieber.“ Ab Jänner sollen außerdem Lehrer regelmäßig getestet werden. Schulveranstaltungen wie Skikurse oder Ähnliches dürfen nicht stattfinden, Musik- und Turnunterricht sollen nach Möglichkeit im Freien stattfinden.

Falls das wegen des Wetters nicht möglich ist, sollen in Musik Theorie durchgenommen und im Turnen Übungen mit entsprechendem Abstand zu anderen Schülern gemacht werden. Faßmanns Resümee: „Schule kehrt zurück, aber mit Respekt vor dem Virus“, so der Minister.

Auf einen fixen Rückkehrtermin für die Oberstufen wollte Faßmann sich nicht festlegen. Vorerst gelte diese Regelung bis Weihnachten — dann müsse man Bilanz ziehen und schauen, wie es im Jänner weitergehe. Sollten sie tatsächlich nach Weihnachten zurückkommen, wären sie rund elf Wochen nicht in der Schule gewesen. Nachher werde es aber jedenfalls einen speziellen Ergänzungs- und Förderunterricht geben. Eine Kürzung der Sommerferien bringt für den Minister nichts: Die Fördermaßnahmen müssten ja vor dem Ende des Schuljahrs gesetzt werden.

An den Kindergärten gibt es ab Montag Normalbetrieb. An den Universitäten ändert sich nichts — sie bleiben größtenteils im Distance Learning.

Oberösterreich gerüstet

„Alle Schulen sind gut auf den Start vorbereitet“, ist auch der oö. Bildungsdirektor Alfred Klampfer überzeugt. Die verstärkten Hygieneauflagen seien notwendig, um die Infektionen an den Schulen so gering wie möglich zu halten. „Wir wissen, dass Mund-Nasenschutz tragen keine angenehme Angelegenheit ist – weder für die Kinder, noch für die Erwachsenen. Diese Maßnahme ist aber wesentlich, um Übertragungen zu verhindern und ist zugleich nicht schädlich für die Kinder. Ich appelliere an die Erwachsenen und Eltern, sich selbst an die Maßnahmen zu halten und ein Vorbild zu sein. Wenn die Eltern das Tragen des Mund-Nasenschutz vorleben, werden die Mund-Nasenschutz-Masken auch von den Kindern angenommen und nicht infrage gestellt“, so LH-Stv. Christine Haberlander.

Lehrer unzufrieden

Den Lehrern fehlt hingegen ein effektives Sicherheitskonzept für Schulen. Während es etwa im Handel eine Quadratmeterbeschränkung gibt, reiche aus Sicht der Bundesregierung an den Schulen anscheinend „ein wenig Lüften und da und dort eine Maske“, kritisierte der oberste Lehrervertreter Paul Kimberger (FCG). Elternvertreter sind punkto Maskenpflicht gespalten.

SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid pocht auf eine engmaschige, im Idealfall wöchentliche Testung der Pädagogen an Kindergärten und Schulen. Für FPÖ-Bildungssprecher Hermann Brückl ist die Maskenpflicht „nur mehr untragbar und hanebüchen“.

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