Schulen in Italien sollen erst im September wieder öffnen

Wegen der Coronavirus-Pandemie bleiben die Schulen in Italien bis zu den Sommerferien geschlossen und öffnen im September wieder. Das erklärte Ministerpräsident Giuseppe Conte in einem Interview in der Zeitung “La Repubblica” vom Sonntag. Er kündigte zudem an, dass bei den geplanten Lockerungen der Schutzmaßnahmen “strategisch” wichtige Wirtschaftsaktivitäten rasch wieder starten sollten.

“Wir können den Lockdown nicht weiter verlängern. Uns drohen ansonsten zu gravierende soziale und wirtschaftliche Schäden”, so Conte.

Mit Priorität anlaufen sollten auch Produktions- und Industriezweige, die auf den Export ausgerichtet seien und die Gefahr liefen, aus Lieferketten herauszufallen. Die gesundheitliche Sicherheit der Beschäftigten müsse beim Neustart stets berücksichtigt werden.

Die grundsätzliche Lockerung von Sperren hatte die Regierung für die Zeit ab 4. Mai angekündigt. An den Details arbeite das Kabinett noch, sagte Conte. Italien ist von der Covid-19-Krankheit hart getroffen. Es registrierte bis Samstag mehr als 26.000 Corona-Tote.

Seit dem 10. März gelten strenge Ausgangsbeschränkungen. Am 5. März hatte die Regierung Schulen, Universitäten und Kitas schließen lassen. Jetzt sagte Conte: “Die Schule ist uns ganz wichtig und wird im September wiedereröffnet.” Zugleich lobte er, der Fernunterricht habe sich bewährt.

Für berufstätige Eltern sollen Vouchers für Babysitter zur Verfügung gestellt werden. Die Regierung will außerdem besonders betroffene Wirtschaftssektoren wie Tourismus und Gastronomie unterstützen. Restaurants werden zwar nicht am 4. Mai öffnen können, sie werden jedoch Gerichte ins Haus liefern können. Conte schloss nicht aus, dass Kirchen den Gläubigen wieder für Messen und Trauerzeremonien offen stehen könnten.

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