Ski-Weltcup: Schwarz-Triumph im dichten Schneefall von Schladming

Marco Schwarz © APA/EXPA/Angerer

Marco Schwarz hat am Dienstag den Nachtslalom von Schladming gewonnen und seinen zweiten Saisonsieg in dieser Disziplin nach Adelboden am 10. Jänner gefeiert. Der Kärntner setzte sich bei seinem insgesamt vierten Sieg im Weltcup 0,68 Sekunden vor dem Franzosen Clement Noel und 0,82 vor dessen Landsmann Alexis Pinturault durch, der die Führung im Gesamtweltcup ausbaute. Der Halbzeitführende Manuel Feller schied ebenso wie der zur Pause auf Rang drei liegende Michael Matt aus.

Bei dichtem Schneetreiben raste Schwarz vom sechsten auf den ersten Platz nach vorne und durfte sich über den insgesamt vierten Karriereerfolg freuen. „Das hat auf alle Fälle was, Schladming, den Klassiker zu gewinnen. Heute ganz oben zu stehen ist ganz wunderbar“, sagte der Kärntner, der in nun sieben Saisonslaloms sechsmal auf das Podest kam.

Der Tiroler Feller schied im 24. Nightrace im Finale nach wenigen Toren aus. „Es ist gut, dass gleich wieder zwei Rennen sind. Man kann Marco nur gratulieren, er ist die Konstanz in Person. Ich hätte kein Problem gehabt, wenn er mich putzt, aber ich wäre gern neben ihm gestanden.“ Matt meinte zu seinem Ausfall, etwas daraus zu lernen, wäre gut. Adrian Pertl wurde Zehnter, Johannes Strolz klassierte sich als 18.

Der Flachau-Fünfte Fabio Gstrein verpasste auf der Fahrt zu einem Topplatz nach einem Fehler als 43. die Qualifikation für den zweiten Durchgang. „Es waren ganz kleine Rippen drinnen, da fängt der Außenski voll zu vibrieren an. Bis zum Steilhang hat es noch gepasst, dann hab ich das Tempo mitgenommen, dann ist es immer schneller und schneller geworden.“ Er sei wieder an gleicher Stelle ausgeschieden wie letztes Jahr.

Marc Digruber und Christian Hirschbühl schieden im ersten Durchgang aus, für Letzteren war es der zweiter Ausfall in Serie. „Scheiße. Das ist jetzt blöd einfach“, brachte er es auf den Punkt.

Schladming-Rekordsieger Henrik Kristoffersen, der wie der Tiroler Benjamin Raich schon vier Weltcup-Slaloms im steirischen WM-Ort gewonnen hat, verlor nach einem Steher nach der letzten Zwischenzeit 2,6 Sekunden auf Feller, ging als Halbzeit-24. in die Entscheidung und verbesserte sich auf den elften Platz.

Abschied von Lizeroux

Die Französin Tessa Worley widmete ihren Sieg im RTL von Kronplatz übrigens ihrem Lebensgefährten Julien Lizeroux (kl. Bild), der beim Nightrace seine Karriere beendete. „Er ist ein großer Athlet, ein großer Mann und ein sehr guter Freund“, fand Worley rührende Worte für ihr „Herzblatt“.

„Das ist der Grund, warum sie zuhause der Boss ist“, kommentierte Lizeroux, der sich nicht für den zweiten Durchgang qualifizieren konnte, lachend den Sieg seiner Freundin. Der Franzose, mit 41 Jahren der Veteran im Weltcup-Tross, gewann bei der WM 2009 in Val d’Isere Silber im Slalom und in der Kombination und stand insgesamt neun Mal auf dem Weltcup-Podest (drei Siege). Debütiert hatte er im Jänner 2000 in Kitzbühel.

Er hatte sich entschieden, die Karriere noch vor den Slaloms diese Woche in Chamonix auf österreichischen Boden zu beenden, weil seine sportliche Geschichte mit der Alpenrepublik eng verbunden ist, weil der Skisport hierzulande eine so große Wertigkeit genießt.

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