Schweinchen im Pool

Hervorragendes Jugend-Musical „Grimm!“ in Linz

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8514_300dpi.jpg © R. Winkler

Mit Frau Geiß geht’s durch, als Grimm sich abends bei ihr einfindet. Ist der Wolf im Haus, will auch die Ziege böse sein. Auch das 15-jährige Rotkäppchen, das lieber Dorothea genannt wird, kann sich dem Charme des einsamen Wolfes namens Grimm nicht entziehen. Und das, obwohl alle Bewohner im Dorf wissen, dass man A. nicht in den Wald geht und B. der Wolf böse ist. Und diese Regeln sind nicht etwa aus der Luft gegriffen, nein, die beruhen auch Fakten! Fakten! Keine Fake-News-Geschichte, wo eventuell jemand die Wahrheit etwas …. naja … flexibel behandelt hat.

Auf und hinter der Bühne wurde geglänzt

„Grimm! Die wirklich wahre Geschichte von Rotkäppchen und ihrem Wolf“ ist ein Musical mit Botschaft, besser gesagt, Botschaften. In Linz hat sich Regisseurin Heidelinde Leutgöb des anregenden Stoffes von Peter Lund und Thomas Zaufke angenommen und eine mitreißende, überaus komische Inszenierung entstehen lassen, in der die Agierenden auf und hinter der Bühne — dort die hervorragende Band, die in Zusammenarbeit mit dem Oö. Landesmusikschulwerk zusammengestellt wurde, mit David Wagner ihren Aufritt einstudiert hat und unter der musikalischen Leitung von Thomas Doss aufspielte — glänzen konnten und das auch taten.

Am Freitagabend feierte „Grimm!“ Premiere in der Blackbox des Musiktheater in Linz. Es war vom fulminanten Start an bis zum fantastischen Ende erstaunlich, wie perfekt die jungen Darsteller auf der Bühne agierten. Hervorgehoben sei hier nur Madita Killinger, die Rotkäp … ah, sorry, Dorothea gab und mit Gesang und Schauspielkunst begeisterte. Ebenso wie ausnahmslos alle ihrer Kolleginnen und Kollegen: Moritz Krainz als vielschichtiger junger Wolf Grimm, Jakob Reiter, der alte Hofhund Sultan, der mit seiner Vergangenheit kämpft, Nathan Mitterbauer, ein hervorragender junger Hund Rex, Lydia Außerwöger, die als alleinerziehende Geiß herrlich ihre Spießigkeit wenigstens zeitweise ablegen kann. Wunderbar als Einheit aber auch jeder für sich — die Schweinchenbande Moritz Merten, Hanna Weichselbaumer und Nico Kirschner — und als wilde Verwandtschaft aus dem Wald die überzeugende Amelie Lucia Waßner. Die coole und weiße alte Eule gab Madita Raab-Obermayr ebenso perfekt, wie Katharina Beyerl, Anja Hackl, Lukas Kern, Helena Mühlbachler, Leah Schneidinger und Katharina Shamiyeh die Geißlein und Eva Andexlinger und Theresa Überreiter die Störche.

Mit bezaubernden Einfällen (Bühne und Kostüme: Renate Schuler) — wer schmilzt nicht dahin, bei Schweinchen, die sich im Pool suhlen? — und sichtbar viel Freude spielte, sang und tanzte (Choreografie: Daniel Feik) sich das Ensemble durch die Geschichte, die mit Märchen und Vorurteilen aufräumt. Heiße Empfehlung für alle ab 12!

Von Mariella Moshammer

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