Schweinepreis zog wieder an

Mehr Exporte nach China lassen Bauern aufatmen – Aufwärtstrend soll anhalten

Mit Schweinen und Ferkeln lässt sich aufgrund der gestiegenen Nachfrage in China nach einer Niedrigpreisphase wieder mehr Geld verdienen.
Mit Schweinen und Ferkeln lässt sich aufgrund der gestiegenen Nachfrage in China nach einer Niedrigpreisphase wieder mehr Geld verdienen. © LK Stmk

Leichtes Aufatmen bei den heimischen Schweinebauern: Nach schwierigen Jahren haben die Preise in den ersten sechs Monaten des heurigen Jahres wieder angezogen. Ein Hauptgrund sind vor allem die gestiegenen Exporte nach China, wo die Afrikanische Schweinepest das nationale Angebot deutlich verknappt hat. Dadurch stieg der Preis beim Mastschwein ab Mitte März innerhalb von nur vier Wochen um 20 Cent je Kilogramm oder 23 Prozent und liegt mittlerweile bei 1,70 Euro.

„Diese spürbare Preisverbesserung sowohl bei Mastschweinen wie auch bei Ferkeln nach einem ausgesprochenen Preistief ist für die Wirtschaftlichkeit unserer Schweinebetriebe von existenzieller Bedeutung“, ist LK-OÖ-Präsident Franz Reisecker dementsprechend zufrieden mit der Entwicklung der vergangenen Wochen und Monate.

Für Oberösterreich ist die Situation am Schweinemarkt von großer Bedeutung. Knapp 2000 Betriebe erzielen ihr Einkommen ausschließlich oder überwiegend aus dem Geschäft mit den Tieren. Mit einem Schweinebestand von rund 1,1 Millionen Tieren, davon 94.000 Muttersauen, halten Oberösterreichs Betriebe rund 40 Prozent des gesamten Bestandes in Österreich.

Preisniveau soll bleiben

Die angespannte Lage in China sollte auch dazu führen, dass das dritte und vierte Quartal von einer erzeugerfreundlichen Marktphase geprägt wird. Das intensive Bemühen der österreichischen Schweinebranche, gemeinsam mit den wichtigsten Abnehmern und den Veterinärbehörden in China einen direkten Marktzutritt in das Land zu schaffen, dürfte sich nun also schneller als erwartet bezahlt machen.

Auf die Konsumenten dürften indes leicht höhere Preise zukommen. „Schweinefleisch wird unserer Schätzung nach im Schnitt zehn bis 20 Prozent teurer werden. Dabei sprechen wir von einem bis 1,5 Euro per Kilogramm, was umgerechnet auf eine Portion eines Fleischgerichts bescheidene und wohl verkraftbare 20 bis 30 Cent bedeuten würde“, so Johann Schlederer, Geschäftsführer beim Verband landwirtschaftlicher Veredelungsproduzenten in Oberösterreich.

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