Französin Worley Riesentorlauf-Siegerin auf dem Kronplatz

Vom fünften Halbzeitrang an die Spitze: Die Französin Tessa Worley feierte am Dienstag auf dem Kronplatz bei St. Vigil in Südtirol ihren 14. Sieg in einem Weltcup-Riesentorlauf. Die Weltmeisterin von 2013 und 2017 setzte sich auf der selektiven Strecke 0,27 Sekunden vor der Schweizerin Lara Gut-Behrami und 0,73 vor der vierfachen Saisonsiegerin Marta Bassino (Italien) durch. Die Tirolerin Stephanie Brunner wurde als beste Österreicherin mit 2,60 Sekunden Rückstand 15.

Brunner landete unmittelbar vor ihren Teamkolleginnen Ramona Siebenhofer (+2,74 Sek.) und Katharina Liensberger (+3,21). Sechs Top-Ten-Plätze hatten die ÖSV-Läuferinnen in den zuvor fünf Rennen dieser Disziplin erreicht, Brunner fehlte diesmal nahezu eine Sekunde darauf (0,95). Es war gemeinsam mit Sölden das schwächste RTL-Abschneiden im letzten Rennen vor der WM.

„Ich habe alles probiert, habe aber gemerkt, dass ich noch viel Übung brauche, wenn es so unruhig wird. Da fahre ich zu direkt zum Tor und mache den Schwung unterhalb“, meinte die in Innsbruck lebende Tuxerin. Von einem 15. Platz könne sie sich nichts kaufen. „Im Training fahre ich wesentlich besser, aber das gilt es jetzt umzusetzen.“

Siebenhofer, die Siebente des ebenfalls enorm schwierigen Rennens in Kranjska Gora, hatte den ersten Lauf nicht gut erwischt. Im Finale verbesserte sie sich vom 25. Platz. „Das war versöhnlich. Die Ansprüche sind gestiegen“, erklärte die Steirerin. Auf dem schwierigen Hang am Kronplatz seien ihr als „Einsteigerin“ im RTL die Grenzen aufgezeigt worden. „Für das Selbstvertrauen muss man auf eine andere Piste gehen. Man fühlt sich nicht gut da runter. Ich tue mir schwer, wenn es nicht rhythmisch ist. Aber ich arbeite weiter.“

Für die Technikerinnen ist damit der letzte Bewerb vor den Weltmeisterschaften absolviert, Liensberger hat Zeit zum Training. „Jetzt weiß ich, was ich noch zu tun habe“, meinte die Vorarlbergerin nach dem 17. Platz auf der „sehr unruhigen Piste“. Nun sei es wichtig, gut zu trainieren und die richtigen Schritte zu setzen.

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„Wir werden weiterkämpfen und versuchen, das weiter nach vorne zu bringen“, resümierte Damen-Cheftrainer Christian Mitter. Die Läuferinnen müssten noch stabiler werden.

Die 31-jährige Worley schickte nach dem Rennen Grüße an ihren Lebenspartner Julien Lizeroux, der am Abend im Schladming-Slalom mit 41 Jahren sein letztes Karriere-Rennen bestritt. „Ich bin stolz darauf, wie ich im zweiten Lauf attackiert habe“, erklärte die RTL-Spezialistin, die mehr als zwei Jahre nach Sölden 2018 wieder ganz oben auf dem Podest stand. Ihren Partner werde sie am Abend im Fernsehen beobachten, kündigte Worley an. „Julien hat seine Spuren hinterlassen, er wird vermisst werden. Ich hoffe, dass er Spaß hat.“

Die besten drei des ersten Durchgangs fielen in der Entscheidung allesamt zurück. Die Halbzeitführende Michelle Gisin aus der Schweiz wurde nach einem schweren Fehler im unteren Streckenteil Sechste (+1,32). Sie rückte damit aber in der Gesamtwertung als Zweite der führenden Slowakin Petra Vlhova auf 100 Punkte etwas näher. Die Weltmeisterin musste sich nach fehlerhaften Fahrten mit dem zwölften Platz (+2,05) begnügen.

Olympiasiegerin Mikeala Shiffrin (USA), die Halbzeit-Zweite, lag am Ende als Vierte schon 1,05 Sekunden zurück. Bassino, die Siebente nach dem ersten Durchgang, führt in der Disziplinwertung nach sechs Rennen 124 Punkte vor Worley.

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