Schwerer Schnee drückt auf die Dächer

BAD GOISERN — Mit zunehmenden Schneefall steigt auch die Gefahr, dass Dächer unter der schweren Last zusammenbrechen. In Bad Goisern (Bezirk Gmunden) war bereits eine Tischlerei betroffen. Das Flachdach der Maschinenhalle hielt den Schneemassen nicht stand und wurde eingedrückt. Feuerwehr und Statiker überprüften andere gefährdete Gebäude in der Region — das Dach des örtlichen Sparmarktes und eines Bauernhofes wurden präventiv geräumt. In Salzburg raten Experten Hausbesitzern bereits dazu, die Niederschlagspausen zu nützen, um ihre Dächer von Schnee zu befreien. Denn zu den 50 bis 70 cm, die aktuell auf vielen Dächern liegen, wird laut Prognosen in den nächsten Tagen noch einmal annähernd die selbe Menge an Neuschnee erwartet. Die Last nimmt dadurch weiter zu, was zu Problemen bei der Statik führen könnte.

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In Österreich müssen Dächer abhängig von der Dachneigung zwischen 84 und 1080 Kilo Schneelast pro m² ertragen können. Zehn cm frisch gefallener Pulverschnee verursachen eine Last von zehn Kilo pro m². Bei zehn Zentimeter Nassschnee drücken bereits 40 Kilo pro m² auf das Dach. Und bei einer zehn cm dicken Eisschicht sind es sogar rund 90 Kilo/m².

Zivilschutzverbände raten zur Vorsicht: Personen, die auf Dächern tätig sind, sollten auf eine entsprechende Absturzsicherung achten und auf vom Schnee verdeckte Dachflächenfenster oder Luken aufpassen. Bei sehr schwerem Schnee kann es überdies zu Stabilitätsproblemen beim Dachstuhl kommen, wenn das Dach einseitig vom Schnee befreit wird. Besser sei es, den Schnee abschnittsweise abwechselnd auf der einen und dann der anderen Seite abzutragen.

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Rekordwinter 2006

Zuletzt war im Februar 2006 so viel Schnee gefallen, dass in mehreren Bezirken des Landes zahlreiche Dächer dem Druck nachgaben — etwa in Vöcklabruck, Gramastetten oder Steinerkirchen. Die Feuerwehren und sogar das Bundesheer standen damals im Dauereinsatz. 10.000 Einsatzkräfte räumten präventiv Dächer frei. In Bad Ischl etwa musste damals das 4000 m² große Dach des Krankenhauses schneefrei gemacht werden. In Kollerschlag mussten alle Häuser in der Gemeinde vom Schnee befreit werden. Besonders schlimm war die Lage in Kopfing (Bez. Schärding), wo das Dach der Volksschule einbrach und mehrere Gebäude kurz vor dem Einsturz standen. Dutzende wurden vom Schnee befreit.

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