Schwierige Fahrt für „Aquarius“ nach Spanien

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Die Route der „Aquarius“ auf dem Weg ins spanische Valencia wurde am Donnerstag wegen schlechter Wetterbedingungen geändert, teilte SOS Mediterranee auf Twitter mit. Das Schiff befand sich östlich von Sardinien. Die spanische Regierung gab indes bekannt die Insassen des von Italien abgewiesenen Flüchtlingsschiffes genauso wie andere Migranten zu behandeln, die per Boot eintreffen.

„Sie werden so behandelt werden, wie alle Flüchtlinge, die bei uns etwa auf Booten eintreffen“, sagte Innenminister Fernando Grande-Marlaska am Donnerstag in einem Radiointerview. „Wir werden wie immer jeden Fall einzeln prüfen“, sagte der Minister. Falls vom Migranten Asyl beantragt werde, werde man untersuchen, ob dieser die gesetzlichen Voraussetzungen erfülle oder ob man einen Ausweisungsprozess einleiten müsse.

Die neue sozialistische Regierung Spaniens hatte am Montag die Bereitschaft zur Aufnahme der insgesamt 629 Flüchtlinge bekanntgegeben, nachdem Italien nach Rettungsaktionen am Wochenende der „Aquarius“ die Einfahrt in einen Hafen verwehrt und das Boot zwei Tage lang blockiert hatte. Man habe eine „ethische Antwort“ gegeben, sagte dazu Grande-Marlaska.

Weil es aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse auf dem Außendeck der „Aquarius“ zu gefährlich geworden sei, hätten sich alle Männer, die zuvor dort ausharrten, in der Nacht ins Innere des Schiffs begeben müssen. Viele litten an Seekrankheit. Das Schiff kreuzt seit 2016 regelmäßig im südlichen Mittelmeer und rettet Asylsuchende von seeuntüchtigen Booten. 106 Gerettete befinden sich weiterhin an Bord der „Aquarius“, die übrigen waren an zwei andere Schiffe der italienischen Küstenwache abgegeben worden, die ebenfalls Valencia ansteuern und den Hafen laut Plan am Samstag erreichen sollten.

Was mit den 40 Überlebenden eines Flüchtlingsunglücks an Bord des US-Marineschiffs „Trenton“ geschieht, war am Donnerstag weiter unklar. Die Position des Schiffs am Donnerstagfrüh in unmittelbarer Nähe der sizilianischen Hafenstadt Augusta könnte aber darauf hinweisen, dass sie in Italien an Land gehen könnten. Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch hatte sich geweigert, die Leute an Bord zu nehmen, weil ihnen ebenfalls die Absage Italiens droht.