Scott Thomas: Kill Creek

Das Horrorhaus ist ein klassischer Schauplatz für Gruselgeschichten — man denke an Stephen King’s „Shining“ oder an die Novelle und Filmserie „The Amityville Horror“.

Mit „Kill Creek“ führt Buchdebütant Scott Thomas in ein solches Gebäude, in dem das Böse lauert. Der Autor führt auf mehr als 500 Seiten klassische Horror-Zutaten zusammen: ein berüchtigtes Haus am Kill Creek, in dem sich schreckliche Dinge ereignet haben und in dem es keiner lange aushält. Die Protagonisten werden mit dem unerklärlichen Bösen konfrontiert, von dunklen Geheimnissen aus ihrer Vergangenheit geplagt, es flüstert aus Abflussrohren, Wände und Böden ächzen und Trugbilder erscheinen.

Aber Thomas verpackt diese altbekannten Zutaten in eine originelle Ausgangslage: Er schickt ausgerechnet vier Horror-Autoren in das gefürchtete Haus, sie sollen dort zu Halloween für eine Website interviewt werden. Die Meister des imaginären Grauens sehen sich aber plötzlich mit allzu realem Grauen konfrontiert. Sprachlich meistert der Autor dabei den schmalen Grat zwischen Schund und erzählerischem Können, gewürzt mit einem wohltuenden Schuss Pulp.

Die Charaktere haben Tiefe und sind gut gezeichnet, wobei Thomas in seine Figuren auch so manches Klischee liebevoll einarbeitet. Der Verlag hat „Das Böse will nur spielen“ auf das Buch drucken lassen — und Scott Thomas spielt unterhaltsam mit dem Bösen.

Scott Thomas: Kill Creek, Heyne Verlag, 544 Seiten, 15,50 €

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