Seat Mii electric+ – Günstiger Einstieg in E-Mobilität

Die Elektromobilität wird immer alltagstauglicher. Auch wenn es noch die eine oder andere Unsicherheit gibt, immer mehr Autofahrer denken über einen Umstieg nach. Noch hemmen Anschaffungspreis, Reichweite und Ladenetz aber die Kauffreude. Seat bietet mit dem Mii electric ein gutes Gegenargument an. Um knapp mehr als 20.000 Euro – diverse Förderungen noch nicht abgezogen – kann man die Vorteile der E-Mobilität nutzen.

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Zwar bietet Seat den Mii schon bald zehn Jahre auch mit Elektromotor an, das Thema Fortbewegung mittels Stromantrieb wurde aber erst in jüngster Zeit, nicht zuletzt wegen der akuten Klimakrise, so richtig populär.

Im Elektro-Mii arbeitet ein batteriegespeister Motor mit 61 kW (83 PS) Leistung, der über eine Einstufen-Automatik hervorragende Beschleunigungswerte garantiert.

Typenschein

Seat Mii electric+

Preis: ab € 22.490,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 22.965,-, einen Mii electric gibt es ab € 21.490,-
NoVA/Steuer: 0 % / € 0
Garantie: 5 Jahre bis max. 100.000 km, 3 Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung

Technische Daten:
Motor: Permanentmagneterregte
Synchronmaschine mit Rekuperation, Lithium-Ionen-Batterie mit 36,8 kWh Energiegehalt, 61 kW/83 PS ab 2750 U/min, max. Drehmoment 212 Nm ab 2750 U/min
Getriebe: Einstufen-Automatik
Antrieb: Frontantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h (begrenzt)
Beschleunigung 0-100 km/h: 12,3 s
WLTP-Reichweite: 260 km
WLTP-Stromverbrauch: 14,7 kWh/100 km
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 13,9 kWh
CO2-Ausstoß: 0,0 g/km

Eckdaten:
L/B/H: 3556/1645/1481 mm
Radstand: 2421 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1235/1530 kg
Kofferraum: 251–923 Liter
Speicherkapazität: 36,8 kWh (Strom)
Reifen: 4 x 165/50 R16 auf 16“-Alufelgen

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/ASR/ESP/EBV/DSC/LKA
Airbags: 6

Die ersten Meter bis 50 km/h sogar unter vier Sekunden, da ist man mit dem Elektro-Winzling beim Ampelstart schnell mal der Sieger.

Wer auf den Stromverbrauch schaut und möglichst die höchste Rekuperationsstufe – von drei möglichen – zur Energierückgewinnung beim Verzögern nutzt, der darf sich über einen respektablen Reichweitengewinn freuen.

Um die angegebene Reichweite von 260 Kilometer auch realistisch zu schaffen, ist etwa die Höchstgeschwindigkeit mit 130 km/h begrenzt – schneller dürfte man aber auf Österreichs Autobahnen ohnehin nicht fahren.

Und selbst die viel größeren Elektrobrüder sind eben dort aus Stromspargründen selten schneller unterwegs. Ein Cityflitzer wie der Mii ist aber meist eh nur auf Stadtautobahnen anzutreffen. Umweltfreundlich ist der Mii mit null CO2-Emissionen sowieso.

Erfreulich ist übrigens eine Ausstattungsliste, die alle wichtigen Komfortmerkmale für die Insassen berücksichtigt: Licht- und Regensensor, LED-Tagfahrlicht, Klimaautomatik, Sitzheizung, Lederlenkrad, Tempomat, Spurhalteassistent sowie Parkhilfe hinten.

Vorne gibt’s noch elektrische Fensterheber, dafür hinten lediglich Ausstellfenster, was aber nicht unbedingt störend sein muss.

Handyhalterung statt Navi

Der Innenraum ist eher spartanisch ausgerüstet, sogar zum Starten muss man den althergebrachten Zündschlüssel bemühen. Die Rundinstrumente sind analog statt digital und einen Touchscreen sucht man ebenfalls vergeblich. Dafür findet man statt dem Navi eine Handyhalterung auf dem Armaturenbrett.

Also kann man mit den digitalen Karten am Mobiltelefon problemlos ans Ziel navigieren. Der Sitzkomfort ist für ein dreieinhalb Meter kurzes Auto vorne gut – der Fahrersitz ist sogar höhenverstellbar –, hinten muss man halt improvisieren. Der Kofferraum hat den Namen nicht verdient, für den schnellen Einkauf samt Kiste Bier reicht er allerdings.

Fazit

Der elektrische Seat Mii ist zwar schlicht bei Ausstattung und Auftreten, ermöglicht jedoch einen günstigen Einstieg in die E-Mobilität. Im Gegenzug bietet er Annehmlichkeiten wie minimale Betriebskosten, keine KFZ-Steuer und günstiges Stromtanken daheim an der Steckdose – auch der geförderte Anschaffungspreis passt in der Relation.

Einziges Manko ist vielleicht die Reichweite, aber der Mii ist ohnehin für die Großstadt konzipiert und nicht für ausgedehnte Landpartien. Ein Problem könnte sein, überhaupt einen Mii zu bekommen, weil Seat wegen erfreulich guter Nachfrage mit der Produktion kaum nachkommt.

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