Sebastiao Salgado: Amazonia

Dass der Brasilianer Sebastiao Salgado (77) ein Meister der Schwarz-Weiß-Fotografie ist, zeigen seine im Bildband „Amazonia“ vorgestellten Aufnahmen erneut.

Weite Flächen umspannende Landschaftsporträts spiegeln die unglaubliche Fülle und Schönheit der Region: sich durch gewaltige Wälder schlängelnden Wasserläufe, malerische Hügellandschaften, tosende Wasserfälle, faszinierende Wolken- und Nebelgebilde. Zu etwas Besonderem wird das Buch aber vor allem durch Fotos von Menschen im Amazonas-Gebiet.

Sechs Jahre umfasste das Projekt „Amazônia“ mit Reisen zu zwölf indigenen Stämmen. Viele der Bilder entstanden im Xingu-Park, einem Schutzgebiet für indigene Völker im Bundesstaat Mato Grosso, wo mehr als ein Dutzend ethnische Gruppen leben: Kamayurá-Fischer ziehen ein Netz mit Fischen aus einem See, ein junger Kamayurá-Krieger präsentiert seinen Fang, Yawalapiti-Frauen tanzen bei einem Fest, Yakuikatu-Krieger tragen rituelle Kostüme.

Salgados Bilder bieten einen umfassenden Einblick in das Leben dieser bedrohten Völker. „Ein Ziel ist es zu dokumentieren, was überlebt hat, bevor noch mehr davon verschwindet“, so Salgado. Der Bildband lässt zwei Dinge ganz besonders spüren: die scheinbare Unendlichkeit des Amazonas-Waldes und die immense Verletzlichkeit seiner meist schon zu winzigen Gemeinden geschrumpften Bewohner.

Sebastião Salgado, Lélia Wanick Salgado: Amazonia. Taschen, 528 Seiten, 100 Euro

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