Sehnsucht nach Gemeinschaft

Lebenswelt Schenkenfelden für Gehörlose feiert 20-Jahr-Jubiläum

SCHENKENFELDEN – Was mit einer Vision begann, wurde in den vergangenen 20 Jahren zu einer europaweit einzigartigen Einrichtung. Die „Lebenswelt Schenkenfelden“ basiert auf dem Gemeinschaftskonzept. Sensibilisiert durch die Taubheit seines Vaters begann Prim. Priv.-Doz. Johannes Fellinger, Leiter des Instituts für Sinnes- und Sprachneurologie des KH der Barmherzigen Brüder, bereits 1991 mit Sprechstunden für Gehörlose.

Im September 1999 wurde dann die erste Wohn- und Arbeitsgemeinschaft für gehörlose Menschen mit zusätzlicher Beeinträchtigung im Gerstl-Haus in Schenkenfelden eröffnet, das die Familie Fellinger unentgeltlich zur Verfügung stellt. Dass das Bedürfnis nach Gemeinschaft und sinnstiftender Tätigkeit bei Gehörlosen mit Beeinträchtigung gegeben ist, erkannte Fellinger schon früh.

„Betroffene waren aufgrund der mangelnden Kommunikation nie Teil des Familienlebens, viele wussten nicht einmal wie die Eltern heißen“, schildert der Mediziner. Im Zuge der Jubiläumsfeier am 11. Juli findet auch das Internationale Gehörlosentreffen vom 10. bis 12. Juli in Schenkenfelden statt.

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