Seilbahn-Eigentümer weist Vorwürfe nach Unglück zurück

Der nach vier Tagen Untersuchungshaft auf freien Fuß gesetzte Eigentümer der Seilbahn „Ferrovie del Mottarone“ bestreitet jede Verantwortung für den Kabinenabsturz mit 14 Todesopfern am 23. Mai. „Ich habe nie bei der Sicherheit der Anlage gespart“, er zahle für die Instandhaltung jährlich 127.000 Euro , sagte er laut Medien der Untersuchungsrichterin. Am Montag wurde indes bekannt, dass der überlebende Fünfjährige bald von der Intensivstation verlegt werden könnte.

Laut einer Untersuchungsrichterin in der norditalienischen Stadt Verbania gibt es keine Beweise gegen den Besitzer der Seilbahnanlage „Ferrovie del Mottarone“ und gegen den Direktor, die am Mittwoch zusammen mit dem Einsatzleiter festgenommen worden waren. Laut der Untersuchungsrichterin würde es an soliden Beweisen gegen den Seilbahn-Besitzer und den Direktor fehlen, wie die Vernehmung der beiden Männer am Samstag gezeigt hätte. Sie kamen in der Nacht auf Sonntag wieder frei.

Unter Hausarrest bleibt der Einsatzleiter, dem die Untersuchungsrichterin „Missachtung für Menschenleben“ und eine „verblüffende Leichtsinnigkeit“ vorwirft. Dieser hätte die Seilbahn außer Betrieb nehmen können, die schon seit Ende April Probleme hatte. Ein Dutzend Male habe er zwischen dem 8. Mai und dem 24. Mai das Sicherheitssystem ausgeschaltet.

Das tödliche Seilbahnunglück am Lago Maggiore ist offenbar durch die absichtliche Abschaltung eines Sicherheitssystems verursacht worden. Bei dem Unglück starben Familien, junge Paare und zwei Kinder. Der Zustand des einzigen Überlebenden, einem fünfjährigen Buben, verbesserte sich inzwischen. Er könne am Dienstag von der Intensivstation auf eine andere Station verlegt werden, teilte das Kinderkrankenhaus in Turin am Montagabend mit. Sowohl seine Brust- wie auch die Bauchverletzungen besserten sich. Seine Tante sei bei ihm, hieß es weiter. Der kleine Bub verlor bei dem Unglück seine Eltern, seinen Bruder und seine Urgroßeltern.

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