Semesterferien sehen heuer anders aus

Ganz anders als sonst steht am Freitag in Wien und Niederösterreich der letzte Schultag vor den Semesterferien am Programm.

Nach wie vor gibt es an den Schulen aufgrund der Corona-Pandemie einen nur eingeschränkten Präsenzbetrieb. Aus diesem Grund werden auch die Semesterzeugnisse („Schulnachrichten“) nicht wie geplant übergeben. Anders als in normalen Jahren ist auch die Ferienstaffelung.

Wien und Niederösterreich haben zwar ihre Semesterferien wie üblich in der ersten Februarwoche. Allerdings folgen diesmal alle anderen Bundesländer bereits in der zweiten Februarwoche, weil Oberösterreich und Steiermark ihre Semesterferien um eine Woche vorverlegt haben. Heuer gibt es statt drei also nur zwei Ferienstaffeln.

Der letzte Schultag vor den Ferien steht auch nicht im Zeichen der Zeugnis-Übergabe. Die Schulnachrichten werden nämlich heuer grundsätzlich nicht am letzten Schultag vor den Semesterferien verteilt, sondern an den ersten beiden Tagen des neuen Semesters (8. und 9 Februar in Wien/NÖ bzw. 15. und 16. Februar in den restlichen Ländern). So soll vermieden werden, dass zu viele Kinder bzw. Eltern gleichzeitig an die Schulen kommen. Ausgenommen sind nur die sogenannten Übergangsklassen – also jene, die im kommenden Schuljahr häufig in einen neuen Schultyp wechseln. Das sind die vierte, achte und neunte Schulstufe. In diesen Klassen kann auf Wunsch der Schüler das Semesterzeugnis bereits am letzten Schultag des ersten Semesters übergeben werden.

Semesterzeugnis ist übrigens ein irreführendes Wort: Es handelt sich dabei um kein Zeugnis, da mit ihm keine Berechtigungen verliehen werden. Die sogenannte „Schulnachricht“ ist nur eine Art Information über den Leistungsstand der Schüler – insofern kann sie anders als das Jahreszeugnis auch nicht beeinsprucht werden.

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Umgekehrt wird sie aber benötigt, um sich etwa beim Wechsel von der Volksschule in eine AHS-Unterstufe oder von einer AHS-Unterstufe in eine berufsbildende höhere Schule (BHS) anzumelden. Für die Aufnahme sind die Noten unter Umständen entscheidend – deshalb auch die Zeugnis-Ausnahme für die Übergangsklassen. Die Anmeldung für die weiterführenden Schulen startet unmittelbar nach den Semesterferien. Wer einen frühen Termin hat, braucht die Schulnachricht dementsprechend schon gleich an einem der ersten Tage nach den Ferien.

Coronabedingt neu ist außerdem das Angebot eines Ergänzungsunterrichts in den Semesterferien – ähnlich wie in der Sommerschule. Der Fokus liegt dabei auf Lernbetreuung in Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen. Pro Gruppe sind mindestens acht Anmeldungen nötig, wobei der Unterricht auch klassen- oder schulübergreifend eingerichtet werden kann. Eine Anmeldung muss bis 27. Jänner (Wien/NÖ) bzw. 29. Jänner (restliche Bundesländer) erfolgen, auch eine Teilnahme nur an manchen Tagen ist möglich.

Der Ergänzungsunterricht dauert jeweils von 08.00 bis 12.00 Uhr – in der Steiermark und Oberösterreich darf er auch bis 16.00 Uhr eingerichtet werden. In diesen beiden Bundesländern sind die Semesterferien kurzfristig verschoben worden, weshalb Eltern Betreuungsprobleme entstehen können.

Nach den Semesterferien soll nach den derzeitigen Plänen der Präsenzunterricht an den Schulen wieder aufgenommen werden – und zwar mit Schichtbetrieb. Dafür werden an den Schulen für Kinder bis 14 Jahren die Klassen in zwei Gruppen geteilt. Diese haben dann wechselweise einen Tag Schule und einen Hausübungstag (deshalb auch die Zeugnis-Übergabe an zwei Tagen, Anm.). Die Schule selbst kann zwar entweder ganz oder für einzelne Klassen eine andere Schichtabfolge festlegen, braucht dafür allerdings die Zustimmung der Bildungsdirektion. Damit reagiert man auf den Unmut vieler Eltern im Frühling, als man den Schulen beim damaligen Schichtbetrieb die Abfolge weitgehend selbst überließ, was zu einer Vielzahl an unterschiedlichen Regelungen führte. Für die Oberstufen gibt es diese Vorgabe nicht.

Die ersten Schulen in Wien und NÖ haben auch bereits begonnen, den Eltern die Schichtabfolge bekanntzugeben.

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