Semesterstart mit „Hybridbetrieb“

Große Unis setzen eher auf digitale Formate — Vorrang für Studienanfänger und Labor

Der Laborbetrieb an der Universität Wien wird auch in Coronazeiten vor Ort stattfinden.
Der Laborbetrieb an der Universität Wien wird auch in Coronazeiten vor Ort stattfinden. © Universität Wien/derknopfdruecker.com

An den Hochschulen steht das am 1. Oktober beginnende Wintersemester ganz im Zeichen eines „Hybridbetriebs“: Lehrveranstaltungen sollen zum Teil vor Ort, zum Teil online oder gar parallel in beiden Formaten stattfinden.

Generell gilt: Große Hochschulen weichen verstärkt auf digitale Formate aus, an kleineren gibt es tendenziell mehr Präsenzveranstaltungen. Vorlesungen werden eher online angeboten, interaktive Formate und vor allem Laborübungen und Ähnliches gibt es vor Ort.

Maske an den Unis

Vorrang bei der Präsenzlehre haben an den meisten Einrichtungen Studienanfänger, für die es am Anfang nötig ist, vor Ort ihre Kollegen kennenzulernen. Kritisch ist vor allem die Laborlehre — die muss unbedingt vor Ort sein.

In den Hörsälen selbst sind die Sitze markiert, überall ist mindestens ein Meter Abstand und die Maskenpflicht gilt bis zum Sitzplatz. Manche Hochschulen — bevorzugt an Standorten in Wien — schreiben diese auch in den Lehrveranstaltungen selbst vor.

Viele Unis setzen auf Parallelformate: Da die Hörsäle meist nur bis zu maximal 50 Prozent ausgelastet werden dürfen, sollen Studenten, die keinen Platz finden, die Lehrveranstaltungen online verfolgen können.

Die Uni Wien hat als zusätzlichen Lern- und Aufenthaltsort zwischen den Lehrveranstaltungen unter anderem die Votivkirche gleich nebenan angemietet und etwa mit Heizstrahlern und WCs adaptiert. Diese ist auch mit W-Lan ausgestattet und groß genug, um Abstände einhalten zu können.

Die digitale Lehre habe im vergangenen Sommersemester gut funktioniert, meinte Vizerektorin Christa Schnabl zur APA. „Es war herausragend, was die Lehrenden auf die Beine gestellt haben — manche schneller, manche mit Zögern. Am Ende hatten wir die Lehre mit Ausnahme der Labore und Ähnlichem vollständig digital.“

Im Sommersemester 2020 hätten sogar mehr Studierende Prüfungen abgelegt als im Vergleichszeitraum 2019, betonte Schnabl. Zwischen Ende März und Ende Juni seien 70.000 Prüfungen rein digital durchgeführt worden.

Auch jetzt werde sowohl digital als auch vor Ort geprüft — die Entscheidung darüber würden die einzelnen Lehrenden nach der Art der Prüfung treffen. „Für digitale Formate eignen sich etwa Open-Book-Prüfungen — da muss das Wissen konkret angewendet werden. Schwieriger wird es, wenn es um das Abfragen von Wissensbeständen geht.“

Distance Learning bevorzugt

Auch an der Uni Innsbruck, der Medizin-Uni Wien sowie den beiden Technischen Universitäten in Wien und Graz wird der Großteil der Lehrveranstaltungen via Distance Learning abgewickelt. An der Uni Graz hat man das bewusst offengelassen.

Allerdings haben die jeweiligen Leiter derzeit die Möglichkeit, bis zu 60 Prozent ihrer Lehrveranstaltungen ohne weitere Beantragung virtuell durchzuführen. Längere Lehrveranstaltungen werden außerdem verkürzt.

Andere Hochschulen wie etwa die Uni Klagenfurt setzen derzeit primär auf Präsenzlehre, auch hier gibt es aber hybride Formate. Zudem können die Lehrveranstaltungen parallel als Stream verfolgt werden, falls es etwa zu wenig Platz gibt oder die Studenten zu einer Risikogruppe gehören.

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