Senioren am Steuer: Prävention statt Altersdiskriminierung

OÖ Seniorenbund setzt in Kooperation mit dem ÖAMTC und den Fahrschulen auf diverse Angebote im Bereich Fahrsicherheit

Immer wieder werden nach Verkehrsunfällen mit Beteiligung von Senioren Rufe nach einer Überprüfung der Fahrtauglichkeit der älteren Lenker laut. Zu unrecht, wie ein Blick auf die Statistik belegt, betont Seniorenbund-Landesobmann Josef Pühringer. So verursachte 2017 die Gruppe der 65- bis 74-Jährigen 6,5 Prozent der Verkehrsunfälle, während auf die 15- bis 24-Jährigen ein Drittel aller Unfälle entfielen.

„Die ältere Generation ist besonnen unterwegs, hat kaum Vergehen hinsichtlich Alkoholmissbrauch oder Schnellfahren und meidet in der Regel Nachtfahren“, spricht sich Pühringer gegen eine Altersdiskriminierung aus. So hätten verpflichtende Gesundheitstests in anderen Ländern zu keiner Verbesserung geführt.

Individuelle Fahrstunden sollen Sicherheit geben

Der OÖ Seniorenbund setzt vielmehr auf Information, Prävention und Service und bietet in Kooperation mit dem ÖAMTC und den Fahrschulen konkrete Angebote für ältere Lenker an. So gibt es in jedem Bezirk die Möglichkeit, dass eine Fahrschule in einem kostenlosen zwei- stündigen Vortrag über Neuerungen aus der Straßenverkehrsordnung und andere wichtige Inhalte informiert. Zudem können bei zehn Fahrschulen zwei individuelle Fahrstunden mit einem Fahrlehrer zum Preis von 126 Euro absolviert werden. „Vor allem an Kreuzungen und bei Kreisverkehren sind Senioren oft unsicher“, weiß Branchenvertreter Joachim Steininger, Chef der gleichnamigen Fahrschule in Steyr.

Laut ÖAMTC-OÖ-Präsident Karl Pramendorfer sei es der Wunsch der Senioren, mobil zu bleiben. Deshalb biete man u. a. Kurse für E-Bike-Fahrer und ein Motorrad Warm Up an.hw

Wie ist Ihre Meinung?