Senioren sind ein Wirtschaftsfaktor

Generation 60+ ist laut Studie für Konsum und Ehrenamt entscheidend

Bei der Präsentation (v. l.): Seniorenbundlandesobmann LH a. D. Josef Pühringer, die Studienautoren Elisabeth Dreer und Friedrich Schneider sowie OÖSB-Landesgeschäftsführer Franz Ebner.
Bei der Präsentation (v. l.): Seniorenbundlandesobmann LH a. D. Josef Pühringer, die Studienautoren Elisabeth Dreer und Friedrich Schneider sowie OÖSB-Landesgeschäftsführer Franz Ebner. © OÖSB

„Senioren werden stets als Kostentreiber des öffentlichen Finanzhaushaltes bezeichnet, vor allem in Hinsicht auf das Gesundheits- und Pensionssystem. Das ist ein verzerrtes Bild. Statt sie als Kostenfaktor zu sehen, muss künftig der Blick auf die wirtschaftliche Relevanz der Generation 60+ gelenkt werden“, so Seniorenbundlandeschef LH a. D. Josef Pühringer.

Er hat deswegen eine Studie in Auftrag gegeben, die das genau analysiert — und das wirtschaftliche Potenzial zeigt. Laut Studienautor Friedrich Schneider kaufen die österreichischen Senioren um rund 50 Mrd. Euro pro Jahr ein.

Keine Altersgruppe wendet monatlich mehr Geld auf, wie die 65- bis 69-Jährigen (2.210 Euro), gefolgt von den 60- bis 64-Jährigen (2.180 Euro). Diese Ausgaben schaffen Effekte von etwa 56 Mrd. Euro — damit können mehr als 400.000 heimische Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert werden. Außerdem zahlen die Senioren bundesweit 17 Mrd. Euro direkter oder indirekter Steuern, so Pühringer.

Ein ebenfalls volkswirtschaftlich relevanter Beitrag der Senioren kommt über die ehrenamtliche Tätigkeit. Vier von zehn Senioren sind im organisierten Ehrenamt tätig und noch mehr im Bereich der Nachbarschaftshilfe oder Pflege. So sind zwei von drei pflegenden Angehörigen zwischen 60 und 75. „Ohne die würde es nicht gehen. Es pflegen nämlich meist die jungen Alten die Hochbetagten“, erklärt Pühringer.

Beispiel Seniorenbund

Dieses ehrenamtliche Engagement monetär zu bewerten, ist nicht einfach. Schneider und Elisabeth Dreer haben es dennoch versucht — anhand des OÖ Seniorenbundes. Die wesentliche Säule des OÖ Seniorenbunds stellen die beinahe 11.000 ehrenamtlich tätigen Funktionäre dar, deren Arbeitseinsatz mit rund 24 Mio. Euro bewertet werden kann.

Insgesamt generierte man 2019 einen Marktwert von rd. 73 Mio. Euro, von dem rund 53 Mio. Euro im Inland wertschöpfungswirksam waren. Zudem kommen die Konsumationsausgaben in Höhe von rund 9 Mio. Euro. In Summe hat Schneider einen Nachfrageimpuls für die heimische Wirtschaft von rund 62 Mio. Euro im Jahr 2019 errechnet, der weitere indirekte und induzierte Nachfrageeffekte in Höhe von rund 78 Mio. Euro auslöste.

Die Studie sieht OÖSB-Landesgeschäftsführer Franz Ebner als Startschuss, einerseits um intern das Bewusstsein für die eigene Bedeutung zu stärken und andererseits, um auch in der Politik aufzeigen zu können. Und die Studie belege auch den Wert des Ehrenamtes.

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