Senioren sind führend bei Ehrenamt

Seniorenbund-Obmann LH a. D. Pühringer: „Das verdient Wertschätzung“

Fast jeder zweite Österreicher im Alter über 15 Jahren — laut einer Erhebung von „Gesundes Österreich“ exakt 46 Prozent — war 2016 in einem Ehrenamt tätig, international ein hoher Prozentsatz. Getragen wird dieser hohe Wert vor allem von den jungen Senioren des Landes, wie die Erhebung deutlich zeigte. „Bei den 60- bis 70-Jährigen beträgt die Ehrenamtsquote 57 Prozent, das heißt sechs von 10 Senioren sind in der Freiwilligenarbeit tätig. Selbst bei den 70- bis 80-Jährigen, wo es naturgemäß schon altersbedingte Einschränkungen gibt, waren es noch 43 Prozent. Und auch bei den über 80-Jährigen sogar noch 25 Prozent — was in diesem Alter schon sehr bemerkenswert ist“, erklärt Seniorenbund-Landesobmann LH a. D. Josef Pühringer. Er fordert daher in der Gesellschaft einen Paradigmenwechsel ein, was die Sicht auf die Älteren anlangt und verlangt gerade für die vielen Ehrenamtlichen besondere Wertschätzung.

„Ein großer Schatz für die Gesellschaft“

„Geht es um die Senioren im Land, ist sofort von den Lasten, den überbordenden Kosten der Pensionen und Sozialleistungen, insbesondere der Pflege, von Einschränkungen, vom notwendigen Schutz und natürlich von Krankheit und Pflege die Rede. Das erzeugt ein vollkommen falsches Bild, zumindest ein sehr unvollkommenes!“, so Pühringer. Dabei sei es längst angebracht, auch von den Chancen und Potenzialen, die die Senioren bergen, vom großen Beitrag, den sie für die Gesellschaft leisten, wie z.B. im Ehrenamt, von einer neuen Kultur des Alterns zu reden. „Die Senioren sind für die Gesellschaft in erster Linie ein großer Schatz und nicht eine große Belastung“, betont Pühringer. So sei es unvorstellbar, wenn die Senioren in der Pflege der Angehörigen — 50 Prozent der Pflegenden in den Familien sind 60+ —, in der Vereinsarbeit, in der Enkelbetreuung oder im Ehrenamt ausfallen würden. „Unsere Gesellschaft wäre um vieles ärmer!“ Umgekehrt, so Pühringer, haben die Senioren Anspruch darauf, dass die Politik die Lebenswelten der älteren Menschen beachtet und ständig weiterentwickelt.