Seniorenbund lehnt Sterbehilfe ab

Landesobmann Pühringer fordert stattdessen, die Hospiz auszubauen

„Wir setzen uns dafür ein, Menschen in Situationen unerträglichen Leidens beizustehen, sie zu begleiten und zu betreuen und zwar durch Schmerzlinderung, Sterbebegleitung, Hospizangebote, Palliativmedizin, liebevolle Pflege und geistlichen Beistand“, erklärt LH a. D. Josef Pühringer.

„Dass manche Schwerkranke ohne Aussicht auf Besserung sich wünschen rasch zu sterben, um von ihren Leiden und oft qualvollen Schmerzen erlöst zu werden, ist verständlich und muss auch ernst genommen werden. Allerdings darf sich daraus kein verbrieftes Recht auf Tötung auf Verlangen bzw. Beihilfe zum Suizid ableiten, denn das birgt viele Gefahren in sich“, erklärt Landesobmann LH a. D. Josef Pühringer das klare „Nein“ des Seniorenbundes zur Sterbehilfe.

Wie berichtet beratschlagen die Verfassungsrichter derzeit die geltenden Verbote. Für Pühringer ermöglichen die aktuell in Österreich geltenden Regelungen Todkranken auch jetzt schon ein Sterben in Würde und ohne unnötige Leidensverlängerung, die Selbstbestimmtheit jedes einzelnen Menschen komme mit der Möglichkeit, eine Patientenverfügung zu machen, zum Ausdruck.


Von einer Aufhebung der aktuellen Regelung wären neben Beeinträchtigten vor allem hochbetagte, kranke Menschen besonders betroffen. Insbesondere auch für Demenzkranke wäre eine Liberalisierung der Sterbehilfe folgenschwer.

Er sehe das Thema nicht durch eine parteipolitische Brille und schwinge auch nicht die Moralkeule, aber es gehe hier nicht um die Einzelfälle, sondern darum, gegen ein verbrieftes Recht auf Sterbehilfe aufzutreten. Der bisherige österreichische Weg mit Hospizen, Palliativmedizin, menschlicher Nähe und einfühlsamer Begleitung Sterbender hat sich bestens bewährt.

„Deshalb müssen die Angebote in den Bereichen Palliativmedizin und Hospiz bedarfsgerecht ausgebaut und ordentlich über das Sozialversicherungssystem finanziert werden – gerade auch, wenn man sich die demografische Entwicklung der nächsten Jahre ansieht“, ergänzt SB-Landesgeschäftsführer Franz Ebner.

Ein „Nein“ zur Sterbehilfe kommt auch vonSeniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec: „Ein funktionierendes Palliativ- und Hospizsystem und die Gewissheit, im Notfall die benötigte Pflege zu bekommen, macht jede Diskussion um aktive Sterbehilfe obsolet.“

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