Seniorenbund zieht Lehren aus Corona: Kampf gegen Einsamkeit

Landesobmann Pühringer: „Krise hat uns Aufgabengebiete aufgezeigt“ — Personaloffensive in der Pflege sei dringend nötig

Seniorenbund Landesobmann LH a.D. Josef Pühringer (l.) und Landesgeschäftsführer Franz Ebner wollen aus der Corona-Krise Konsequenzen ziehen. © Seniorenbund

Oberösterreichs Seniorenbund unter Landesobmann LH a. D. Josef Pühringer zieht bereits jetzt erste Lehren aus der Corona-Krise: „Die Krise hat uns unsere Aufgabengebiete förmlich aufgezeigt,“ so Pühringer.

In Zukunft wolle man sich noch viel stärker mit dem Thema Einsamkeit beschäftigen, kündigte er am Donnerstag in einer Pressekonferenz an. Diese sei eine riesige Herausforderung, wie sich in den vergangenen Wochen gezeigt habe. Niemand habe unter dem Ausfall der sozialen Kontakte so sehr gelitten wie die alte Generation.

Teilweise hätten sich Tragödien abgespielt, etwa wenn Patienten auf Pflegestationen wochenlang keine Besuche empfangen durften. Aber auch so würden Umfragen zeigen, dass Einsamkeit ein zunehmend ernstes Problem sei, unter dem vor ältere Personen leiden. Jeder Dritte der Über-65-Jährigen lebt allein.

In Hinkunft soll daher bei der Programmplanung in allen Bereichen verstärkt auf die Bedürfnisse Alleinstehender geachtet werden. Auch auf fachlicher Ebene wolle sich die Interessensvertretung verstärkt um das Thema annehmen, kündigte Landesgeschäftsführer Franz Ebner an: So wird am 16. Juli ein Seniorendialog stattfinden, an dem neben verschiedenen Experten auch LH Thomas Stelzer teilnehmen wird. Die Veranstaltung wird auch digital übertragen.

Stärkung der digitalen Kompetenzen

Digital ist auch ein weiteres Stichwort für den Seniorenbund. Einer der Schritte im Kampf gegen die Einsamkeit sei nämlich auch die Stärkung der digitalen Kompetenzen. Motto: Digitale Kontakte sind immer noch besser als gar keine Kontakte.

Damit könne man einfacher und besser mit Familien und Freunden in Verbindung bleiben. Mittels EDV-Stamm- tischen in möglichst allen Ortsgruppen will man die Möglichkeit zum Erwerb digitaler Kompetenzen weiter ausbauen.

Personaloffensive in Pflege dringend nötig

Und noch etwas hätten die vergangenen Wochen gezeigt: Die Abhängigkeit von ausländischen Pflegekräften in der 24-Stunden-Pflege sei in einem Krisenfall äußerst problematisch.

Auch deshalb sei die Ausbildung von genügend eigenen Pflegekräften ein Gebot der Stunde. Dazu käme, dass die Zahl der Hochbetagten stark im Steigen ist. Daher müssten intensiv für den Pflegeberuf geworben und die Rahmenbedingungen attraktiv gestaltet werden.

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