Serena Williams nach Startproblemen im US-Open-Halbfinale

Superstar Serena Williams ist am Dienstagabend nach Startschwierigkeit doch noch sicher ins Halbfinale der US Open eingezogen. Die als Nummer 17 gesetzte US-Amerikanerin besiegte die als Nummer 8 gesetzte Karolina Pliskova aus Tschechien nach 86 Minuten mit 6:4,6:3. Damit ist auch die letzte aktuelle Top-Ten-Spielerin aus dem Bewerb.

Williams fehlen damit nur noch zwei Siege zum 24. Rekord-Grand-Slam-Titel, mit dem sie die Allzeitbestmarke von Margaret Court (AUS) egalisieren würde. Die erste Hürde steht ihr am Freitag im Halbfinale mit der als Nummer 19 gesetzten Lettin Anastasija Sevastova gegenüber. Letztere hatte zuvor Titelverteidigerin und Nummer 3 der Welt Sloane Stephens (USA) ebenfalls in zwei Sets ausgeschaltet und damit ein US-Generationenduell Williams-Stephens vorzeitig verhindert.

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Williams war etwas langsam in das Match gestartet und geriet mit 2:4 in Rückstand. Dann fing sich die sechsfache US-Open-Siegerin aber und überrollte ihre Gegnerin förmlich. Die 37-Jährige machte nicht weniger als acht Games en suite und stellte das Spiel auf den Kopf. Im dritten Match gegen die Tschechin feierte sie ihren zweiten Sieg und schaffte damit eine späte Revanche für die Halbfinal-Niederlage vor zwei Jahren ebenfalls in Flushing Meadows.

Noch auf dem Platz begründete Williams diese Aufholjagd mit der Energie, die ihr die Fans gaben. „Die Leute standen wirklich hinter mir. Ich habe mich so schlecht gefühlt und gedacht, ich muss es härter probieren“, sagte Williams nach ihrem 100. Match im Arthur Ashe Stadium. Druck, so gibt sie vor, verspürt sie keinen. „Ich fühle mich frei beim Spielen. Ich habe vor einem Jahr ein Baby gehabt, ich muss niemand etwas beweisen.“

US-Filmemacher Spike Lee hatte Serena Williams als Zuschauer im Stadion mit Größen wie Box-Legende Muhammad Ali oder Basketball-Ikone Michael Jordan verglichen. Williams reagierte gerührt auf diese Stellungnahme. „Mit Ali und Jordan verglichen zu werden, dafür habe ich keine Worte. Besonders Ali hat so viel für den Sport und die Welt getan. Das möchte ich auch: „Ich möchte die Leute auch außerhalb des Platzes inspirieren, das ist auch mein Traum.“

Williams schiebt sich mit diesem Sieg zumindest wieder in die Top 20 zurück. Sie hatte ja vor einem Jahr die US Open verpasst und war während des Turniers erstmals Mutter geworden. Am Freitag betritt selbst die erfahrene Williams Neuland: Gegen die vom Österreicher Ronald Schmidt betreute Sevastova hat sie bisher noch nie gespielt.