Serie gerissen: Ried erlitt Dämpfer im Titelrennen

Von Christoph Gaigg

Die letzte Niederlage der SV Guntamatic Ried in der 2. Fußball-Liga war gefühlt schon eine halbe Ewigkeit zurückgelegen. Genauer gesagt fast zehn Monate, als Aufsteiger GAK den Innviertlern beim 2:1-Auswärtssieg ein Bein gestellt hatte. Nun ist diese Serie gerissen, ausgerechnet im Rückspiel bei den Grazern setzte es nach 15 Spielen ohne Niederlage eine 2:4-Pleite.

Früher Schock

Die Rieder erlitten einen frühen Schock beim Gastspiel in der Steiermark, das nicht in der Landeshauptstadt, sondern in Gleisdorf ausgetragen wurde. Verantwortlich dafür war jener Mann, der die Oberösterreicher schon in der ersten Begegnung mit einem Treffer geärgert hatte: Philipp Schnellnegger staubte nach einem Smoljan-Schuss, den Goalie Kreidl nur kurz abwehren konnte, zum 1:0 ab (10.).

Die Antwort des Spitzenreiters ließ nicht lange auf sich warten. Erst fiel ein Ziegl-Kopfball aus kurzer Distanz noch zu schwach aus, dann schlug wieder einmal Goalgetter Marco Grüll zu: Einen eigentlich nicht allzu scharfen Schuss aus knapp 16 Metern ließ GAK-Goalie Christoph Nicht passieren, achtes Saisontor für den 21-Jährigen, 1:1 (20.).

Geniestreich von Jefte

In der Folge sahen die (Fernseh)-Zuschauer im leeren Gleisdorfer Stadion eine Innviertler Mannschaft, die jetzt besser im Spiel war. Torszenen gab es vor allem nach ruhenden Bällen, wo die Gäste immer wieder gefährlich wurden. Die beste Gelegenheit für die Oberösterreicher, die nach dem 3:1-Sieg über Lafnitz zum Re-Start unbedingt nachlegen wollten, hatte abermals Grüll am Fuß: Von der Strafraumgrenze scheiterte er kurz vor dem Pausenpfiff an der Latte.

Die Rieder zeigten nach dem Wiederbeginn rasch, sich nicht mit einem Zähler begnügen zu wollen. Und durften dank eines Genieblitzes von Jefte Betancor ein zweites Mal jubeln: Kurzer Haken nach innen und sein ansatzloser Schlenzer senkte sich über Goalie Nicht ins Netz (58.). Wer dachte, das würde eine Grazer Mannschaft, die seit 14 Spielen auf einen Sieg wartet, brechen, der irrte gewaltig.

Ungewohnte Schwächen: Ried gab Spiel aus der Hand

Denn die Steirer spielten befreit und unbekümmert auf, wollten dem Aufstiegsaspiranten die Punkte nicht kampflos überlassen. Was belohnt wurde: Viel zu viel Platz für Weberbauer auf der rechten Seite, dessen Flanke fand den Kopf von Smoljan, der nicht einmal zwei Minuten nach der Rieder Führung zum 2:2 traf. In einem unterhaltsamen Fußballspiel plötzlich der GAK im Aufwind: Erst rettete Rieds Reiner auf der Linie, dann scheiterte Perchtold an Keeper Kreidl (60.).

Insgesamt war das Defensivverhalten der Gäste aber weit nicht so diszipliniert und konsequent wie gewohnt, wie auch die 74. Minute zeigte: Ballverlust in der gegnerischen Hälfte, die Hausherren schalteten schnell um, Mihajlovic umkurvte Kreidl und bugsierte das Leder via Innenstange zur Grazer Führung über die Linie (74.). Elf Minuten später kam es noch dicker: Obermüller traf im Zweikampf im Sechzehner sowohl Ball, als auch Gegenspieler, was einen (überharten) Elfmeter zur Folge hatte, den Gantschnig zur Entscheidung verwandelte (85.).

Für die Oberösterreicher ein bitterer Dämpfer auf dem Weg zum Titel, wenngleich der Vorsprung von acht Zählern auf Verfolger Klagenfurt komfortabel erscheint. Die Kärntner sind allerdings am Donnerstagvormittag noch bei BW Linz im Einsatz.

 

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