Seriös arbeiten statt Streitereien

OÖVP-Landesgeschäftsführer Florian Hiegelsberger will statt anzeigen mit guter Politik aufzeigen

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MUK_2773.jpg © OÖVP

Nach der Wahl im Herbst wurde der nun 35-jährige Florian Hiegelsberger der neue Landesparteigeschäftsführer der OÖVP — mitten in der dritten Welle der Corona-Pandemie.

VOLKSBLATT: Ihr erstes Arbeitsjahr als Manager der OÖVP geht zu Ende, welche Bilanz ziehen Sie?

LGF HIEGELSBERGER: Eine sehr positive für meine ersten neun Monaten. Ich habe ein tolles Team hier im Heinrich-Gleißner-Haus und auch das Miteinander im Team rund um LH Thomas Stelzer funktioniert sehr gut. Wenn einem das zugetraut wird und man Landesparteisekretär der OÖVP sein darf, ist das eine wunderschöne Aufgabe. Es macht mir seit jeher viel Freude in der OÖVP zu arbeiten – es ist für mich mein Traumberuf.

Was war das Highlight?

Mit Sicherheit unser Landesparteitag der erstmals in unserer Geschichte online stattgefunden hat. Das war eine Herausforderung und ich denke wir haben das sehr gut gemeistert. Ich bin auch froh, dass man sich jetzt wieder viele persönliche Kontakte gibt. Bei meiner Bezirkstour konnte ich viele Funktionäre und Freunde treffen und viel für meine Arbeit mitnehmen.

Das Vertrauen der Menschen in Parteien grundsätzlich ist derzeit „enden wollend“. Wie kann das wieder gewonnen werden?

Man muss den Realitäten ins Auge blicken. Zurzeit sind wir in sehr unsicheren Zeiten. Wichtig ist, dass man genau hinschaut und dass man sich um die kleinen Sorgen und großen Herausforderungen der Menschen annimmt und sie auch löst. Kein Mensch in diesem Land will Streitereien, sondern man erwartet sich, dass in der Politik seriös gearbeitet wird.

Trotzdem: Die ÖVP steht derzeit unter massiver Kritik der anderen Parteien und im U-Ausschuss werden immer wieder neue Vorwürfe gemacht. Wie geht man damit um?

Man hat schon bisweilen den Eindruck, dass manch politischer Mitbewerber die Arbeit für die Menschen eingestellt hat und mit viel blinder Wut permanent anpatzt. Das gibt natürlich ein fatales Bild ab. Grundkonsens in der Politik sollte sein: das Gemeinsame zu suchen und auch bei unterschiedlichen Positionen einen gemeinsamen Nenner zu finden.

Eine Nebenerscheinung sind auch die vielen Anzeigen. Wie weit beeinflusst das die Politik?

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Man ist schon stark mit Vorverurteilungen konfrontiert und da appelliere ich an alle, dass man immer genau hinschaut und dann seine Bewertung macht. Derzeit erleben wir in der Politik eine „Anzeigen-Unkultur“. Wir in der ÖVP in Oberösterreich wollen nicht anzeigen, sondern mit guter Politik aufzeigen.

Auf der anderen Seite haben die Menschen Sorgen wegen den Folgen des Ukraine-Krieges. Die Teuerung und eine drohende Gasknappheit führen aber in der Politik zumindest auf Bundesebene nicht zu einer gemeinsamen Kraftanstrengung. Kümmert sich die Politik zu viel um sich selbst?

Beobachtet man die Politik in Wien und hier vor allem die Opposition kann man schon diesen Eindruck gewinnen. Bei genauerer Betrachtung muss man anerkennen, dass gerade jetzt von der Bundesregierung große Maßnahmen gegen die Teuerung gesetzt wurden. Diese Hilfen sind gerade dabei ihre Wirkung zu entfalten.

Sie haben nun den „Sommer des Miteinanders“ ausgerufen. Wie schaut das konkret aus?

Wir wollen gemeinsam mit unseren Gemeindeparteien gerade im Sommer die Leute zusammenbringen. 220 Ortsgruppen beteiligen sich bereits bei unserem „Sommer des Miteinanders“. Und wir wollen Persönlichkeiten vor den Vorhang holen und auch Danke sagen, die sich in den vergangenen Jahren besonders für ein Miteinander eingesetzt haben.

Und braucht der Parteimanager nicht auch einmal Zeit für sich selbst?

Jeder braucht Zeit für sich und auch Zeit, um alles zu reflektieren. Und natürlich braucht auch jeder Zeit, um sich zu erholen. Auch ich werde diese Zeit nutzen und einmal Urlaub zu machen.

Die erste Wahl im Herbst wird die Bundespräsidentschaftswahl. Froh, dass die ÖVP keinen Kandidaten stellt und daher keinen Wahlkampf führen muss?

Für Parteimanager sind Wahlkämpfe immer spannend und ich bin gespannt, wie die verschiedenen Kandidaten ihre Rolle interpretieren werden. Wichtig ist, dass es keine Schlammschlacht wird. Derzeit sind die Herausforderungen groß. Daher gilt unsere volle Konzentration als OÖVP auf das Lösen der kleinen und großen Herausforderungen.

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