Sexistischen Tweet geliked: ÖVP Frauen fordern Rücktritt von SPÖ-Mann Brockmeyer

Welle der Entrüstung über SP-Landesparteigeschäftsführer

Oberösterreichs SPÖ-Landesgeschäftsführer Georg Brockmeyer © APA/Leiss

Eine Welle der Entrüstung hat SPÖ-Landesparteigeschäftsführer Georg Brockmeyer ausgelöst. Er hat auf der sozialen Plattform Twitter ein Posting mit „Gefällt mir“ markiert, in dem die oö. Gesundheitsreferentin und Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander als „Dummerl“ diffamiert wird.

Seitens der OÖVP Frauen fordert Landesobfrau Cornelia Pöttinger den Rücktritt Brockmeyers und eine sofortige Entschuldigung: „Von einem SPÖ-Landesgeschäftsführer würde man sich schon erwarten, dass er nachdenkt, bevor er bei einer so herabwürdigenden und sexistischen Twitter-Meldung auf ‚Gefällt mir‘ drückt. Aber hier fehlt wohl jegliches Feingefühl!“

Pöttinger: „So etwas lässt auf eine sexistische Geisteshaltung schließen“

Und weiter: „So etwas ist nicht einfach nur ein ‚Ausrutscher‘. Solches Verhalten lässt auf eine ganz konkrete sexistische Geisteshaltung schließen.“ Es liege nun an SPÖ-Landeschefin Birgit Gerstorfer zu beweisen, dass Brockmeyers Verhalten „nicht das vorherrschende Frauenbild der SPÖ widerspiegelt“.

Kirchmayr: „Frauenfeindlichkeit der SPÖ OÖ ist untragbar“

„Die Frauenfeindlichkeit der SPÖ Oberösterreich ist untragbar“, betont auch OÖVP-Klubobfrau Helena Kirchmayr. Auch sie fordert eine Entschuldigung und weitere Konsequenzen. SPÖ-Chefin Gerstorfer „darf nicht tatenlos zusehen, dass Frauen von der SPÖ herablassend behandelt werden. Ein derartig sexistisches Verhalten ist für einen SPÖ-Landesgeschäftsführer untragbar und muss Konsequenzen nach sich ziehen“. Die Entgleisung Brockmeyers „ist eine letztklassige und untragbare Frauenfeindlichkeit seitens der SPÖ“, betont Kirchmayr.

Haberlander: „Mich schockiert das Frauenbild, das dahinter steht“

Landeshauptmann-Stellvertreterin Haberlander selbst erklärt, eine solche Äußerung sei natürlich „zutiefst verletzend – für mich als Frau und Politikerin“. Dass der Ton in sozialen Medien gerade gegenüber Frauen immer rauer werde, sei schon länger zu beobachten. Als Politikerin sei sie es gewohnt, auch untergriffige Kritik nicht zu nahe heranzulassen. „Aber mich schockiert an der Einstellung von Landesgeschäftsführer Brockmeyer am meisten das grundsätzliche Frauenbild, das offensichtlich dahintersteht. Wenn ein hochrangiger Vertreter der SPÖ mit solch einem Beispiel voran geht, ist es umso schwieriger, Menschen ohne einer offiziellen Funktion für einen wertschätzenden Umgang im Netz zu sensibilisieren.“

Brockmeyer: „Entschuldige mich aufrichtig“

SP-Landesgeschäftsführer Georg Brockmeyer bedauert seinen Like eines Tweets über Landeshauptmannstellvertreterin Haberlander: „Ich entschuldige mich dafür in aller Form. Die Wortwahl des besagten Tweets ist nicht in Ordnung. Es war eine Antwort auf einen Tweet von mir, die ich nur oberflächlich gelesen hatte. Den Like habe ich natürlich umgehend zurückgezogen und werde in Zukunft umsichtiger agieren.“ Dazu sagte Haberlander: „Die Entschuldigung von Georg Brockmeyer nehme ich an und hoffe, dass er künftig wie von ihm angekündigt, im Netz einen wertschätzenden Umgangston pflegt.“

Hattmannsdorfer: „Unerträgliches Schweigen von Gerstorfer“

Das „beharrliche“ Schweigen von SPÖ-Landeschefin Birgit Gerstorfer nach der „letztklassigen Frauenfeindlichkeit durch die SPÖ-Führung in Oberösterreich“ kritisierte unterdessen OÖVP-Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer: „Wir fordern Gerstorfer nochmals auf, für die Frauen in Oberösterreich klar Stellung zu beziehen und sich vom beleidigenden und untergriffigen Verhalten ihres Landesgeschäftsführers zu distanzieren.“ So etwas dürfe nicht mehr vorkommen, sagte Hattmannsdorfer, der „einen weiteren Mosaikstein des schlechten Stils, den die SPÖ OÖ derzeit an den Tag legt“, ortet.

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