Shaun Hamill: Das Haus der finsteren Träume

Stephen King gab sich von Shaun Hamills Debütroman begeistert: „Ich liebe ,Das Haus der finsteren Träume’ — und Sie werden das auch.“

Ob man sich bei der Mischung aus dunkler Familien- und Monsterstory gruselt, sei dahingestellt. Der Handlung fehlt es an Biss. Hamill, der seine Kindheit mit Horrorromanen verbrachte, greift mit „A Cosmology of Monsters“, so der Originaltitel, Lovecrafts Cthulhus-Mythos auf.

Monster sind real und locken ihre Opfer in eine Parallelwelt, wo diese Qualen erleiden — oder, wie im Fall des Protagonisten Noah Turner, Zuneigung finden: Eines der Wesen verliebt sich in ihn. Alles beginnt in den 60ern: Nohas Mutter Margaret zieht Comicfreak Harry Truman einem Burschen aus gutem Hause vor. Harry hat Schreckensvisionen, die er als Blaupause für ein Besucher anziehendes Horrorhaus verwendet.

Albträume suchen die Familie heim — der Vater stirbt im Wahn, Tochter Sydney verschwindet und ihre Schwester Eunice verfällt in Depressionen. Noah erkennt schließlich, dass die Monster real sind … Hamill blickt hinter die Kulissen, offenbart dysfunktionale Familien und verlogene Moralvorstellungen. Besonders: Die Horrorstory ist auch eine Geschichte über Zusammenhalt und Liebe gegen alle Konventionen. Wirklich in Fahrt kommt die Handlung nie. Für subtilen Schrecken fehlt es an Suspense, für Horror an Schockmomenten.

Shaun Hamill: Das Haus der finsteren Träume. Heyne, 464 Seiten, 15,50 Euro

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