Emotionaler Shiffrin-Sieg in Courchevel – ÖSV-Team stark

Der alpine Ski-Weltcup hat am Montag das emotionale Sieg-Comeback von Mikaela Shiffrin erlebt. Die US-Amerikanerin gewann den zweiten Riesentorlauf von Courchevel und damit erstmals seit dem Super-G von Bansko am 26. Jänner bzw. nach dem Tod ihres Vaters Jeff. Der Erfolg fiel mit 0,82 Sek. Vorsprung auf die italienische Gesamtweltcup-Siegerin Federica Brignone komfortabel aus, die französische Lokalmatadorin Tessa Worley wurde Dritte (+1,09). Stark waren auch die ÖSV-Damen.

Die rot-weiß-rote Truppe lieferte noch vor den Italienerinnen (9. Sofia Goggia/+2,27, 14. Elena Curtoni/+3,27, Anm.) mit drei Top-Ten-Plätzen bzw. fünf Läuferinnen in den Top 13 das beste Mannschaftsergebnis. War Katharina Liensberger schon am Samstag als Sechste am besten platziert, war sie es diesmal als Fünfte (+1,54). Die Vorarlbergerin verbesserte sich mit Laufbestzeit von Halbzeitrang acht. Brunner wurde Sechste (+1,81), ihre engere Tiroler Landsfrau Ricarda Haaser Achte (+2,26).

Die Kärntnerin Katharina Truppe (+2,47) und die Steirerin Ramona Siebenhofer (+3,20) komplettierten den erfolgreichen ÖSV-Tag als Zwölfte bzw. 13., womit das Ergebnis noch ein wenig besser ausfiel als am Samstag. Da waren im ersten Courchevel-Riesentorlauf bei schlechteren Bedingungen mit Schneefall und mäßiger Bodensicht fünf Aktive in den Top 14 gewesen. Weltcup-Punkte gab es diesmal auch für Franziska Gritsch (18./+3,83), Elisa Mörzinger (24./+4,74) und Eva-Maria Brem (28./+5,08).

Liensberger schob sich so nebenbei auch an die sechste Stelle des nach wie vor von Petra Vlhova angeführten Gesamt-Weltcups. Die Slowakin fiel im ersten Lauf aus und kam damit erstmals in dieser Saison nicht auf das Podest. „Ich bin mega-happy. Ich freue mich riesig, dass es so gut gelaufen ist“, erklärte Liensberger. „Ich habe gute Schwünge gehabt, auf die ich aufbauen kann. Dass es so gut geklappt hat, ist natürlich cool. Ich habe versucht, vom Start weg Gas geben.“

Brunner war nach Heat eins Vierte gewesen, ihr Angriff auf ihr bisher insgesamt zweites Weltcup-Podest im Riesentorlauf war wegen eines Fehlers im zweiten Lauf aber nicht von Erfolg gekrönt. „Im Schlusshang bin ich zu spitz geworden, dann war es zum Raufen. Da kann man dann keine Geschwindigkeit aufbauen“, führte die 26-Jährige aus. Mit zwei sechsten Rängen durfte sie dennoch zufrieden sein. „Die Formkurve zeigt nach oben.“ Am Semmering Ende Dezember will sie wieder vorne angreifen.

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Haaser zeigte sich im französischen Ski-Ort deutlich verbessert, am Samstag war sie Zehnte geworden. „Ich bin schon zufrieden, in Sölden und Lech war ich noch im Niemandsland. Jetzt bin ich schon gut dabei.“ Jetzt müsse noch die Leistung stabilisiert werden, so die 27-Jährige. Während Truppe in ihrem 101. Weltcuprennen Konstanz bewies, war sie doch am Samstag Elfte, sah Siebenhofer auch eine gute Vorbereitung auf den Speed-Auftakt am Wochenende in Val d’Isere gegeben.

Shiffrin, Brignone und deren dazwischen gelegene Landsfrau Marta Bassino waren nach dem ersten Lauf nur durch 0,14 Sek. getrennt gewesen. Die Siegerin vom Saison-Auftakt in Sölden und vom Sonntag schied in der Entscheidung mit mehr als einer Sekunde Vorsprung bei der letzten Zwischenzeit aus, Brignone wiederum lag im Steilhang schon im Schnee. „Ich habe mir gedacht, du musst aufstehen und intelligent weiter fahren. Das ist wie ein Geschenk für mich“, meinte die 30-Jährige.

Während Worley von Platz fünf aus ihren ersten Podestplatz seit dem Sölden-Auftakt 2019 herausfuhr, stand natürlich besonders Shiffrin im Mittelpunkt. Mit ihrem 67. Weltcupsieg egalisierte sie die Marke von Marcel Hirscher und liegt im ewigen gemischten Ranking mit dem Salzburger nun hinter dem Schweden Ingemar Stenmark (86) und ihrer Landsfrau Lindsey Vonn (82) auf Rang drei. Ihren davor letzten von nun elf Riesentorläufen hatte sie am 28. Dezember 2019 in Lienz für sich entschieden.

Nach ihrem Erfolg fehlten der 25-Jährigen lange die Worte, die Emotionen kamen bei ihr aufgrund der Begleitumstände hoch. „Es ist ein sehr spezieller Moment. Ich habe nicht wirklich gewusst, ob ich wirklich auf diesem Level fahren kann“, meinte sie im ORF-Interview, nachdem die fünffache Weltmeisterin in den Levi-Slaloms Zweite und Fünfte sowie am Samstag Vierte geworden war. „Ich bin super-stolz auf mein Skifahren und auf mein Team. Es war ein ziemlich unglaublicher Tag.“

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