Shiffrin feierte in Levi-Slalom 44. Weltcupsieg – Schild 3.

Mikaela Shiffrin hat ihrer kleinen Rentier-“Herde” am Samstag in Levi ein drittes Tier hinzugefügt. Nach 2013 und 2016 feierte die überragende Slalomläuferin der Gegenwart auf der Strecke nördlich des Polarkreises ihren dritten Sieg, es war ihr 44. Erfolg im Weltcup sowie der 33. im Slalom. Bernadette Schild besiegte ihren Levi-Fluch und stürmte von Halbzeitrang zwölf als Dritte auf das Podest.

In der Statistik der Läuferinnen mit den meisten Slalomsiegen fehlen Shiffrin als derzeit Dritter damit nur noch ein Erfolg auf die Schweizerin Vreni Schneider (34) und zwei auf ihr großes Vorbild, die Salzburgerin Marlies Schild. Shiffrin gewann in Levi 0,58 Sekunden vor Vorjahressiegerin Petra Vlhova aus der Slowakei und 0,79 vor Schild. Katharina Gallhuber als Siebenter fehlten auch nur 26/100 auf das Stockerl. Katharina Liensberger rundete als Achte ein starkes ÖSV-Ergebnis ab (1,24).

“Es ist natürlich super, so in die Slalom-Saison zu starten. Ein Podest ist immer toll, der Sieg ist natürlich unglaublich”, sagte Shiffrin, die ihr drittes Rentier nach der Zeichentrickfigur Mr. Gru taufte. Die zwei zuvor gewonnenen heißen Rudolph und Sven. Das erste Rennen einer Disziplin sei immer besonders hart, gestand Shiffrin. “Ich war sehr aufgeregt. Ich habe daheim trainiert, bin hierher geflogen, hatte Jetlag, das waren ein paar schwierige Tage mit einigen Momenten des Zweifels. Aber ich habe heute stark gekämpft und kann es genießen. Darauf kann ich aufbauen.”

Wegen des starken Windes im oberen Teil fand das Rennen auf etwas verkürzter Strecke statt, die Gondeln fuhren nicht, die Läuferinnen wurden mit Bussen zum Start gebracht. Die Piste war mit Wasser und Salz behandelt worden, hielt aber erstaunlich gut.

Schild kam damit gut zurecht. Bei zuvor sieben Starts war sie nur einmal als 17. klassiert (2010), Podestchancen hatte sie sich deshalb im Vorfeld nicht ausgerechnet. “Wenn es zu flach ist, ist es zu flach. Es ist so bitter, wenn man da oben fast eine Sekunde verliert. Aber es hat auch gezeigt, dass ich im Steilen nach wie vor sehr schnell bin. Ich war zornig und aufgebracht nach dem ersten Durchgang. Aber nun sehe ich, dass sich das Sommertraining ausgezahlt hat.”

Ihre Qualitäten im Steilen spielte sie im zweiten Durchgang hervorragend aus, sie fuhr vor Kollegin Liensberger Laufbestzeit. “Ich hoffe, dass mir das heute gezeigt hat, dass ich einfach richtig gut Skifahren kann und dass es auch im Flachen geht.” Das Ergebnis nannte sie wegen ihres gewonnen Kampfes im Flachen “unglaublich cool”. “Es ist anscheinend wirklich das Beste, wenn ich locker drauflos fahre und mir nichts dabei denke.” Für die ÖSV-Damen war es der erste Stockerlplatz in Levi seit Kathrin Zettel 2014 (3.).

Die Halbzeitvierte Gallhuber hatte sich für das Finale vorgenommen, die Ski im Steilen noch mehr laufen zu lassen. “Ich bin ein bisserl heiß, weil ich weiß, dass viel mehr drinnen ist und ich mit zwei soliden Läufen trotzdem nur so wenig hinter dem Podest bin. Darum ärgert es mich ein bisschen”, sagte die Olympia-Bronzemedaillengewinnerin. Sie sei aber sehr zufrieden mit Rang sieben, der sei nach Platz 23 im Vorjahr “ein Wahnsinn”.

Von Rang 15 auf acht verbesserte sich Katharina Liensberger. “Das war eher die echte Katharina als im ersten Durchgang, das war ganz was anderes jetzt. Ich habe von Start an mehr attackiert und mehr die Linie ausgereizt. Ich bin happy, dass der zweite in die Richtung ging, die ich mir vorstelle. Da ist natürlich noch viel Luft nach oben, aber es kommen ja noch ein paar Rennen.”

Katharina Huber fiel vom 13. auf den 20. Platz zurück (“Mein Ziel mit Startnummer 26 war, dass ich auch im zweiten Durchgang bin”), Katharina Truppe verbesserte sich von 26 auf 16. “Im ersten war der Start so schlecht, da bin ich rausgefahren wie ein kleines Kind, ohne Spannung. Ich bin gefahren wie eine Schnecke, ich habe auch im Steilen gebremst. Im zweiten habe ich mir gedacht, bitte, jetzt reiß dich endlich einmal zusammen. Das muss ich mir im Kopf behalten, so muss ich Killington anlegen”, erklärte die Kärntnerin.

Marie-Therese Sporer holte als 26. ihre ersten Weltcup-Punkte, Franziska Gritsch (35.), Hannah Köck (58.) und Michaela Dygruber (Ausfall) verpassten die Qualifikation für den zweiten Durchgang.