„Sicher ein gutes Pflaster“

Dominik Landertinger über die Biathlon-WM, die ÖSV-Chancen und die bisherige Saison

Lisa Hauser ist Österreichs heißestes Eisen auf WM-Edelmetall, eine Herren-Medaille (l. Simon Eder) wäre dagegen eine echte Sensation.
Lisa Hauser ist Österreichs heißestes Eisen auf WM-Edelmetall. © AFP/Schwarz

Mit der Mixed-Staffel fällt am Mittwoch der Startschuss zur Biathlon-WM auf der Pokljuka im Nordwesten von Slowenien. Zwölf Bewerbe in zwölf Tagen warten auf die Athleten.

Das VOLKSBLATT bat den WM-Bronzenen von 2020 und nunmehrigen ORF-Experten Dominik Landertinger (32) um seine Einschätzung im Vorfeld.

Der gebürtige Oberösterreicher über …

… die bisherige ÖSV-Saison:

„Die Damen waren sehr gut, haben sich super entwickelt, allen voran die Lisa Hauser. Bei den Herren waren die Leistungen durchwachsen. Es geht immer etwas auf und ab.“

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… Österreichs Medaillenchancen:

„Bei den Damen muss man Lisa Hauser in jedem Bewerb zu den Favoritinnen zählen. Aber auch die Herren haben vor allem in den schusslastigen Bewerben (Einzel, Massenstart/Anm.) sehr gute Chancen. Was ich auch sehr stark einschätze, sind unsere Mixed-Staffeln. Aber für eine Medaille muss grundsätzlich immer alles passen.“

… die Charakteristik der Pokljuka:

„Da ist einmal die Höhenlage ganz interessant, es liegt auf 1300 Meter. Das wird für die Mitteleuropäer keine große Challenge sein, aber die Skandinavier müssen da etwas besser aufpassen. Der Zulauf zum Schießstand ist einer der wenigen im Weltcup, der bergab geht. Da kann der Puls schon runterrutschen, was auch nicht optimal ist. Die Strecke ist selektiv, lässig zu laufen, hat schwere Abfahrten und schnelle Kurven. Sicher ein gutes Pflaster, das den Österreichern liegt. Da haben wir immer gute Rennen gehabt.“

… die möglichen Stars der WM:

Es ist sicher ausgeglichener als in die letzten Jahren. Es gibt sicher mehr Favoriten, die ganz vorne mitmischen können. Man kann von fast jeder Nation zwei oder drei dazurechnen. Wen man natürlich voll auf der Rechnung haben muss, ist Johannes Thingnes Bö, eh klar. Auch bei den Damen ist es echt extrem eng geworden heuer.“

… die größte Überraschung der Saison:

„Das war sicher die Lisa Hauser. Und unsere österreichischen Damen. Super, dass die sich so entwickelt haben.“

Von Tobias Hörtenhuber

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