„Sicherheit ist Teamleistung“

Maßnahmenpaket für öffentliche Sicherheit auf kommunaler Ebene

Innenminister Karl Nehammer (r.) und Gemeindebundpräsident Alfred Riedl präsentierten gestern die auf Gemeindeebene angesiedelte Initiative „Gemeinsam sicher“.
Innenminister Karl Nehammer (r.) und Gemeindebundpräsident Alfred Riedl präsentierten am Freitag die auf Gemeindeebene angesiedelte Initiative „Gemeinsam sicher“. © APA/Schlager

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) und der Präsident des Österreichischen Gemeindebundes, Alfred Riedl (ÖVP), haben am Freitag in Wien daran erinnert, dass „Sicherheit kein Einzelsport, sondern eine Teamleistung ist“.

Sie präsentierten in einer Pressekonferenz ein Maßnahmenpaket, mit dem die öffentliche Sicherheit auf kommunaler Ebene gestärkt werden soll. „Gebot der Stunde“ sei es nämlich, gemeinsam sicher aus der Corona-Krise zu kommen, betonte Nehammer.

Die Pandemie habe die Gesellschaft verändert und vor große Herausforderungen gestellt. Dabei habe sich bestätigt, dass in den Gemeinden die Polizei sowie die Bürgermeister erste Ansprechpartner in Sicherheitsfragen sind. Nun gelte es, im Sinne der Eigenverantwortung die Bevölkerung verstärkt in dieses Gefüge einzubinden, meinte der Innenminister: „Wir werden weiter auf uns aufpassen müssen.“

„Keine Wegducker“

Eine besondere Rolle ist dabei den Sicherheitsgemeinderäten und Sicherheitsbeauftragten zugedacht, für die 2016 die gesetzliche Grundlage geschaffen wurden. Freilich: „Noch gibt es nicht in jeder Gemeinde einen Sicherheitsgemeinderat“, räumte Gemeindebund-Präsident Riedl ein. 525 Sicherheitsgemeinderäte sind derzeit im Amt.

Ihre Anzahl soll sich möglichst rasch vergrößern, „denn wir wollen in einem der sichersten Länder der Welt sein“, sagte Riedl. Für die Bevölkerung in den Gemeinden gelte es daher, auch auf den Anderen zu schauen: „Wir brauchen keine Wegducker. Wir brauchen keine Vernaderer. Aber wir brauchen Menschen, die hinschauen, nicht wegschauen.“

Unter dem Motto „Gemeinsam sicher“ sollen in dem Gemeinden Sicherheitsforen, Sprechstunden und Grätzel-Kaffees institutionalisiert werden. Nach internationalem Vorbild soll mittels sogenanntem Community Policing die Arbeit der Sicherheitsbehörden unterstützt werden.

Der Fokus wird dabei zunächst auf drei konkrete Schwerpunkte gerichtet: die Folgen des langen Lockdowns, den Umgang mit Verschwörungstheoretikern und die nach wie vor aufrechten Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus.

Was innerfamiliäre Konflikte und wachsende Gewalt betrifft, betont Nehammer eines: „Es gibt keinen Notruf bei der Polizei, der zu viel ist“.

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