Sieben Monate bedingt und 6000 Euro Geldstrafe für Alko-Polizist

55-Jähriger bekannte sich vor Gericht schuldig – Er hatte sich wegen Problemen „angesoffen“ – Kollegen zogen ihn aus dem Verkehr

LINZ – Ein Polizist, der betrunken Kollegen beleidigt und bedroht haben soll, hat am Mittwoch im Landesgericht Linz sieben Monate bedingt und eine Geldstrafe von 6000 Euro ausgefasst.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Mann hatte sein Verhalten zugegeben, bedauert und auf berufliche Probleme, über die er nicht reden könne, geschoben.

Bei Polizeikontrolle ausfällig geworden

Der 55-Jährige bekam es am 19. Oktober 2018 mit zwei Kollegen zu tun. Die Uniformierten waren gerufen worden, weil ein „offenkundig Alkoholisierter“ versuche, sein Fahrzeug in Betrieb zu nehmen. Dabei habe er laut Anklage versucht, die Beamten daran zu hindern, seine Identität festzustellen. Er sei ohnehin ein Kollege.

Als bei ihm eine Personendurchsuchung vorgenommen wurde, soll er gesagt haben: „Wenn das so ist, greife ich zur Puffn. Vielleicht führe ich ja auch eine bei mir.“ Während einer der Beamten sein Fahrzeug durchsuchte – Waffe wurde keine gefunden – soll er einen „Deal“ vorgeschlagen haben. Darauf gingen die Beamten aber nicht ein. Sie überstellten ihn ins Polizeianhaltezentrum. Dort soll er den beiden gedroht haben, ihnen „eine in die Goschn“ zu hauen, wenn er sie wiedersehe und „keine Achter“ (Handschellen; Anm.) mehr oben habe.

„Es tut mir furchtbar leid, dass das passiert ist“, sagte der Angeklagte, der seit 36 Jahren bei der Polizei und unbescholten war, vor Gericht. Er bekannte sich schuldig, auch wenn er sich nicht mehr an jedes Detail erinnern könne.

Als Grund für sein Verhalten nannte er zu privaten und gesundheitlichen Problemen Schwierigkeiten in der Arbeit. Dem Vorfall sei ein Geschehnis vorangegangen, „wo das Vertrauensverhältnis des Angeklagten zu seinem Vorgesetzten und der Exekutive massiv erschüttert wurde“, erklärte sein Verteidiger. Deswegen habe er sich an jenem Tag nach dem Dienst zwei Flaschen Wodka gekauft und sich „angesoffen“. Der Angeklagte erbat drei Tage Bedenkzeit.

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