Siege für Polen und Nordmazedonien, Belgien fix qualifiziert

Polen hat am Donnerstag den nächsten Schritt zum Gruppe-G-Sieg in der Fußball-EM-Qualifikation gemacht. Robert Lewandowski und Co feierten bei Schlusslicht Lettland einen 3:0-Sieg und holten zum fünften Mal drei Punkte. Drei Zähler beträgt auch der Vorsprung auf den neuen Zweiten Österreich. Die ÖFB-Auswahl profitierte von einer 1:2-Niederlage der zuvor zweitplatzierten Slowenen in Nordmazedonien.

Eljif Elmas (50., 68.) vermasselte mit einem Doppelpack die slowenische Generalprobe für das Duell mit der Truppe von Teamchef Franco Foda am Sonntag (20.45 Uhr) in Ljubljana. In das gehen Marko Arnautovic und Co. nun mit einem Zwei-Punkte-Plus. Nur zwei Zähler fehlen auch den Nordmazedoniern auf den zweiten Rang. Die haben am Ende bei Punktegleichheit mit Slowenien, für das in Skopje nur Josip Ilicic (95./Elfmeter) traf, die Nase vorne, da sie den direkten Vergleich nach dem 1:1 in Slowenien für sich entschieden haben. Die ersten beiden Teams jeder Gruppe sichern sich ein Fixticket für die in mehreren Ländern ausgetragene Endrunde 2020.

Die Polen wurden ihrer Favoritenrolle in Riga dank Lewandowski schon früh gerecht. Nach Doppelpass mit Sebastian Szymanski traf der Bayern-Stürmer schon in der neunten Minute. Vier Minuten später machte er nach Vorarbeit von Kamil Grosicki seinen Doppelpack perfekt. Der Auswärtserfolg geriet auch nach dem Seitenwechsel nie in Gefahr, Lewandowski (76.) machte mit seinem dritten Treffer endgültig alles klar, vollendete dabei nach einem Grosicki-Schuss.

Dem Bayern-Stürmer gelang zum sechsten Mal ein Triplepack im Teamdress, er hält nun bei 60 Toren. Fünf davon erzielte der 31-Jährige in der laufenden Qualifikation. Er unterstrich damit auch seine aktuelle Topform. Für die Bayern traf er in elf Pflichtspielen 15 Mal.

Die Slowenen hatten in Skopje von Beginn an mehr vom Spiel, ihre Möglichkeiten in den ersten 20 Minuten von Petar Stojanovic (7.), Ilicic (13.) und Benjamin Verbic (20.) waren aber keine Hochkaräter. In der Folge hatten die Gäste weiter ein Übergewicht, konnten daraus aber kein Kapital schlagen. Nordmazedonien stand geschickt und versuchte auch selbst in der Offensive Nadelstiche zu setzen. Es dauerte aber bis zur Nachspielzeit der ersten Hälfte bis es gefährlich wurde.

Elmas zog im Strafraum ab und traf ins Eck. Der niederländische Schiedsrichter Danny Makkelie gab das Tor allerdings nach Rücksprache mit seinem Linienrichter wegen Abseits nicht. Boban Nikolov berührte den Ball nicht, könnte Tormann Jan Oblak allerdings die Sicht etwas genommen und dadurch behindert haben. Die Hausherren waren stinksauer und gingen gefrustet in die Kabine.

Dort fielen scheinbar die richtigen Worte, wie ein Traumstart nach Wiederbeginn deutlich machte. Nach idealem Zusammenspiel mit Goran Pandev holte Elmas seinen Treffer nach. Während es Ilicic (57., 67.) verabsäumte, auszugleichen, machte Elmas seine Sache besser. Der 20-jährige Offensivspieler von Salzburgs Champions-League-Gegner SSC Napoli schloss einen Bilderbuchkonter zum 2:0 nach Ademi-Vorarbeit mustergültig ab.

Auf der anderen Seite bewahrte Goalie Stole Dimitrievski die Hausherren mit guten Paraden vorerst vor einem Gegentor, war bei einer der letzten Aktionen aber doch machtlos. Ilicic verwandelte einen Foulelfmeter souverän. Das änderte aber nichts mehr.

Belgien löste indes als erstes Team das Ticket für die EM-Endrunde 2020. Der WM-Dritte 2018 machte am Donnerstag in Rotterdam kurzen Prozess mit San Marino, schoss das Schlusslicht mit 9:0 (6:0) ab und führt die Qualifikationsgruppe I makellos mit 21 Punkten aus sieben Spielen an. Russland folgt nach einem 4:0-(0:0) über Schottland drei Zähler dahinter, ist aber noch nicht durch.

Weil Zypern in Kasachstan einen 2:1-Sieg feierte und weiter acht Punkte hinter den Russen liegt, könnten diese rein rechnerisch noch abgefangen werden. Im Duell der beiden Kontrahenten am Sonntag auf Zypern würde Russland aber schon ein Remis genügen, um den Sack vorzeitig zuzumachen. Schottland hat keine Chance mehr auf die Top-Zwei.

Einen wichtigen Schritt in Richtung Endrunde machten auch die Niederlande, die am Donnerstag gegen Nordirland nach dramatischem Finish mit 3:1 (0:0) die Oberhand behielten. Zwar lief die Partie in Rotterdam nur in eine Richtung, in der 75. Minute aber bestrafte Nordirlands Josh Magennis die Ideenlosigkeit der Hausherren mit der Gästeführung. In einem Kraftakt schaffte Memphis Depay erst den Ausgleich (81.), er selbst (94.) und Luuk de Jong (91.) machten in der Nachspielzeit den Sieg perfekt. Damit herrscht in Gruppe C großes Gedränge, Deutschland, die Niederlande und Nordirland halten bei je 12 Punkten, “Oranje” hat allerdings ein Spiel weniger absolviert.

In Gruppe E baute Vizeweltmeister Kroatien nach dem zuletzt enttäuschenden 1:1 in Aserbaidschan seine Tabellenführung mit einem 3:0-(3:0)-Heimsieg über Ungarn aus, Luka Modric (4.) und Bruno Petkovic (24., 42.) sorgten für einen klaren Erfolg. Aufseiten der Ungarn, bei denen Salzburgs Dominik Szoboszlai verletzt passen musste, sah Laszlo Kleinheisler in der 56. Minute Gelb-Rot. Im Parallelspiel kam Wales in der Slowakei über ein 1:1 (1:0) nicht hinaus und gerät immer weiter ins Hintertreffen. Leader Kroatien weist 13 Punkte auf, dahinter liegen die Slowakei (10) und Ungarn (9). Wales folgt mit 7 Zählern.

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