Siegl auf Platz 15: Die Jüngste im Feld ließ viele alt aussehen

Oberösterreicherin sorgte für bestes ÖOC-Resultat in der Vielseitigkeit

Lea Siegl und Fighting Line gaben ein vielbeachtetes Olympia-Debüt und haben noch viel vor.
Lea Siegl und Fighting Line gaben ein vielbeachtetes Olympia-Debüt und haben noch viel vor. © AFP/Iwamura

Gleich bei ihrem Olympia-Debüt stellte Lea Siegl alle bisherigen heimischen Vielseitigkeitsreiter in den Schatten. Mit dem 15. Platz sorgte die 22-Jährige für die beste rot-weiß-rote Platzierung aller Zeiten — vier Ränge besser als OÖ-Kollege Harald Ambros in Athen 2004.

Ihren Trainervater Harald (43./2004) übertraf die Hargelsbergerin sogar um Welten. „Ein super Gefühl“, strahlte sie im ORF-Interview über das ganze Gesicht, um dann doch — ganz ihrem ehrgeizigen Naturell entsprechend — ein Haar in der (Olympia)-Suppe zu finden. „Beim letzten Hindernis habe ich einen Fehler gemacht, ein Black-Out. Das ärgert mich sicher noch Tage.“

Der zweite Abwurf im Finale der Top 25 bescherte ihr auf Fighting Line vier weitere Fehlerpunkte und kostete ihr Rang zwölf. „Dem Pferd verzeihe ich Fehler, jetzt muss mir selbst verzeihen.“

„Habe noch große Pläne“

Als mit Abstand Jüngste im gesamten Feld hat sie aber noch Zeit, diese Fehler auszumerzen. „In der Vielseitigkeit zählt Erfahrung sehr viel. Ich habe noch große Pläne“, betonte Siegl selbstbewusst.

Zum Vergleich: Das Podest war mit Julia Krajewski (D, 32 Jahre), Tom McEwen (GBR, 30) und Legende Andrew Hoy (AUS, 62) deutlich älter.

Nach dem Ende des langen Bewerbs — Dressur (32,60 Fehlerpunkte) am Freitag, Geländeritt (2,40) am Sonntag, zwei Mal Springen (12,00) am Montag — ließ Siegl die Reise mit ihrem „Fighti“, mit dem sie seit 2014 reitet, Revue passieren.

Eine Vertrauenssache

„Es hat ein bisschen Zeit und Geduld gebraucht, bis er mir so vertraut wie jetzt, es war nicht immer leicht mit ihm“, schmunzelte Siegl. „Aber wir sind zu einem Team zusammengewachsen.“

Als Deutsches Sportpferd ist der 14-jährige Wallach für Gelände und Springen sowie die Hitze prädestiniert. „Er war super hier“, lobte ihn seine Reiterin. Jetzt freut sich das Duo aber auf zuhause. „Die Reise dauert nun schon fast einen Monat, davor war ja in Aachen die Quarantäne.“

Von Tobias Hörtenhuber

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