Simone Kermes: Mio Caro Händel

Für Freunde Alter Musik erschien bei Sony eine besonders abwechslungsreiche CD, wenn diese auch lediglich Werke von Georg Friedrich Händel beinhaltet. Neben J. S. Bach der größte Meister der Barockmusik. Händel hat ja auch genug aufzuweisen mit seinen 41 Oratorien und über 20 Opern, um mit Aufnahmen auf einem einzigen Tonträger genussreiche Hörerlebnisse zu vermitteln.

Diesmal wurden 16 Opernarien in den Fokus gerückt, wobei die Vielseitigkeit dieses Komponisten allein in diesem Genre verblüffend ist. Schon die Orchesterbehandlung ist für die damalige Zeit als absolut wegweisend zu werten, so dass es schwerfällt, auch nur einige Nummern gesondert zu erwähnen.

Der Dauerbrenner aus Händels Oper „Xerxes“, Ombra mai fu, durfte bei den Aufnahmen natürlich nicht fehlen. Schon die erste Nummer aus „Rinaldo“, ebenso die letzte aus demselben Werk, bezeugen die Vielfalt der Mittel, die diesem Tonschöpfer zur Verfügung gestanden sind. Eine idealere Händel-Interpretin als die deutsche Sängerin Simone Kermes wäre kaum vorstellbar. Ein Vergleich mit dem italienischen Koloraturwunder Cecilia Bartoli drängt sich zwar unweigerlich auf, aber weniger Aggressivität und eine schlankere Tongebung bei Kermes räumen schnell mit einer etwaigen Gegenüberstellung auf.

Hier wird ein berührendes Händel-Porträt mit einer Geschmeidigkeit und scheinbaren Leichtigkeit gestaltet, die wunderbar mitgetragen wird vom Orchester Amici Veneziani unter Boris Begelman. Originell ist das Begleitheft verfasst, in dem sich die Künstlerin in einem imaginären Gespräch mit dem Komponisten über einzelne Nummern unterhält.

Wie ist Ihre Meinung?