„Sind in Großbritannien sehr gut aufgestellt“

Trotz Brexit rät Österreichs Wirtschaftsdelegierter im Vereinten Königreich zu Geschäften mit Großbritannien

Auch wenn Großbritannien aus der EU raus will, der österreichische Außenhandelsdelegierte Christian Kesberg (kl. Bild) , rät Unternehmen weiter zu Geschäften mit dem Königreich. Die Insel sei nämlich der zweitgrößte Markt Europas.
Auch wenn Großbritannien aus der EU raus will, der österreichische Außenhandelsdelegierte Christian Kesberg , rät Unternehmen weiter zu Geschäften mit dem Königreich. Die Insel sei nämlich der zweitgrößte Markt Europas. © samott - stock.adobe.com

Von Verena Schöberl

Nur keine Panik vor dem Brexit. Christian Kesberg, der österreichische Wirtschaftsdelegierte im Vereinigten Königreich rät allen Unternehmen angesichts des Ausstiegs Großbritanniens aus der EU zwar wachsam zu bleiben, aber keine Panik zu bekommen. „Man muss die Kirche im Dorf lassen“, sagt Kesberg im Gespräch mit dem VOLKSBLATT. „Wenn es zu einem Brexit kommt, wird es zwar schwieriger Geschäfte zu machen, aber nicht unmöglich. Egal was passiert, Großbritannien bleibt der zweitgrößte Markt in Europa“, erklärt Kesberg. Die 70 am britischen Markt tätigen oberösterreichischen Firmen seien außerdem Nischenspieler, die keine britischen Konkurrenten hätten. „Uns nimmt niemand etwas weg“, so Kesberg. Den Kopf in den Sand stecken und hoffen, dass trotz Brexit nichts passiert, wäre laut Kesberg dennoch die falsche Taktik. Er rät den Betrieben das Informationsangebot wahrzunehmen und das eigene Unternehmen auf Schwachstellen „abzuklopfen“ und so herauszufinden inwiefern sie vom Brexit betroffen sind. Das sei die beste Vorbereitung. Betrieben, die überlegen nach Großbritannien zu exportieren, rät er die Überlegungen trotz Brexit zu verfolgen. Die Forschungs- und Clusterlandschaft sei im Vereinten Königreich ähnlich gut aufgestellt wie in Oberösterreich. Außerdem sei die Insel ein gutes Sprungbrett in die „Anglosphäre“, also den amerikanischen und kanadischen Markt. Neue Chancen für Firmen sieht er vor allem im Dienstleistungsbereich, wo IT-Leistungen und Leistungen im Ingenieurbereich gefragt seien. Chancen gäbe es laut Kesberg außerdem in den Bereichen erneuerbare Energien, Automatisierung, Telekommunikationssoftware und Infrastruktur.