Sinnsuche im Naturparadies

Musiktheater: Uraufführung der Oper „Unter dem Gletscher“

Anna Alàs i Jové
Anna Alàs i Jové © Reinhard Winkler

Ein junger Theologe wird in ein entlegenes isländisches Dorf, das unter einem Gletscher liegt, geschickt. Es heißt, der Pfarrer dort käme seinen Aufgaben nicht nach. Der junge Mann soll das für die Kirche überprüfen. Und tatsächlich, der Pfarrer hilft den Mitgliedern seiner Gemeinde lieber in praktischen Dingen, als Messen abzuhalten.

Die Oper „Unter dem Gletscher“, ein Auftragswerk des Linzer Landestheaters, komponiert von Michael Obst und mit einem Libretto von Intendant Hermann Schneider, feiert am Samstag, 21. Mai, 19.30 Uhr, im Großen Saal des Musiktheaters Uraufführung. Der Roman „Am Gletscher“, der der Oper zugrunde liegt, stammt vom einzigen isländischen Nobelpreisträger Halldor Laxness.

Es ist die dritte Zusammenarbeit von Obst und Schneider für Linz, die sich aus ihrer gemeinsamen Weimarer Zeit kennen. „Uns verbindet viel, künstlerisch und auch in Bezug auf die Realisierung zeitgenössischer Inhalte“, sagt der Komponist beim Pressegespräch. Für ihn sei es ein „genuiner Kulturauftrag“, sich mit Zeitgenössischem auseinanderzusetzen, es zu fördern, stimmt Schneider ein: „Wir müssen uns fragen: Wie klingt unsere Gegenwart?“

Der Stoff des knapp dreistündigen Werkes beschäftige sich mit den große Fragen, die sich die Menschen in einer sich verändernden Welt stellen und auf die Institutionen wie die Kirche heute oft keine Antworten mehr geben: „Das ist einerseits befreiend, andererseits entsteht dadurch auch zunehmend Orientierungslosigkeit“, so Schneider. Im Stück treffen solche Fragen in Form von einzelnen Figuren aufeinander. Mit der „unfassbaren Natur von Island“ als Schauplatz sei auch das Thema Umwelt präsent, so Obst. Die Geschichte selbst entwickelt sich schließlich zu einer Mischung aus einem SciFi- und Mysterythriller.

Für seine Komposition ließ sich Obst von isländischer Musik inspirieren und entwickelte daraus geschlossene einzelne Nummern. „Die Geschichte kommt nicht so schwer daher, ist auch humorvoll“, so der Komponist, weshalb auch seine Musik von Leichtigkeit getragen sei. „Ich habe versucht, Melodien zu finden, die zu den Personen und ihren Positionen passen.“ Neben der klassischen großen Besetzung des Bruckner Orchesters, das von Ingmar Beck dirigiert wird, spielen drei Saxofone, ein Jazz-Bass und Klavier eine große Rolle. In der Hauptrolle ist Mezzosopranistin Anna Alàs i Jové zu sehen und zu hören, in weiteren Rollen Publikumslieblinge wie Gotho Griesmeier, Matthäus Schmidlechner und Martin Achrainer. mel

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