Sinnvolle Beschäftigung

Mit der Stoffspende eines Modehauses können Patienten mit Demenz im Klinikum Schärding sinnvoll beschäftigt werden. Bei einfachen Tätigkeiten kommen Erinnerungen zurück, auch die Koordination und Fingerfertigkeit werden trainiert.

Demenz-Beauftragte Jasmin Jung freut sich über eine großzügige Stoffspende des Modehauses Auzinger für die Patienten am Klinikum Schärding. © OÖG

Im Klinikum Schärding werden Menschen mit Demenz verschiedene Möglichkeiten zur Beschäftigung angeboten, vom Großteil-Puzzle, über einfache Spiele wie Sprichwort-Karten oder andere Gedächtnisübungen bis hin zum Beschäftigen mit Stoff.

„Wichtig ist, auf die Person mit ihrer Lebensgeschichte und ihren Vorlieben sowie auf den jeweiligen Grad der Demenz einzugehen. Das bedeutet, die angebotene Aktivität sollte mit den bestehenden geistigen Fähigkeiten zusammenpassen und idealerweise mit einer Beschäftigung zu tun haben, die die Person bereits in jüngeren, noch aktiveren Jahren gerne ausgeübt hat“, erläutert Diplomkrankenpflegerin Jasmin Jung, Demenzbeauftragte am Klinikum Schärding: „Früher zählte das Handarbeiten und Nähen zu den wichtigsten Aufgaben der Frauen. Umso mehr freut es uns, eine so große und bunte Stoffauswahl des Modehauses Auzinger bekommen zu haben.“

Die verschiedenen Stoffe können von den Patientinnen mit Demenz auf unterschiedliche Weise bearbeitet werden, wie etwa in Streifen reißen und diese anschließend flechten oder Stoffservietten falten.

Dies vermittelt ihnen das Gefühl, gebraucht zu werden, und stellt daher eine sinnvolle Beschäftigung dar. Patienten mit einer fortgeschrittenen demenziellen Entwicklung können sich die Stoffe ansehen und befühlen, was an frühere Zeiten erinnert und ihre Sinne aktiviert.

Geistige Anregung für Menschen mit Demenz

Häufig nehmen bei den Betroffenen die Motivation und die Fähigkeit zur aktiven Beschäftigung ab. Dies bewirkt unter Umständen, dass sich eine demente Person zurückzieht und noch stärker verwirrt wirkt.

„Aktivitäten können vielen Menschen Freude und Vergnügen bringen, wobei sich körperliche und geistige Betätigung deutlich auf das Wohlbefinden auswirken. Menschen mit Demenz können aus unterschiedlichen Aktivitäten Gefühle der Zugehörigkeit und Wertschätzung entwickeln. Zudem bewahren sie sich verschiedene Fähigkeiten wie Koordination und Fingerfertigkeit“, sagt die Demenzbeauftragte.

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