„Situation für Frauen heute besser“

LH-Stv. Haberlander zieht positive Bilanz zu Strategie „Frauen.Leben.2030“

LH-Stv. Christine Haberlander (l.) und Beate Zechmeister vom Frauenreferat.
LH-Stv. Christine Haberlander (l.) und Beate Zechmeister vom Frauenreferat. © Land OÖ/Ehrengruber

„Ja, die Situation ist für Frauen heute definitiv besser als noch vor einem Jahr — wir sind auf einem guten Weg, es bleibt aber noch viel zu tun“, zog Frauenreferentin LH-Stv. Christine Haberlander (OÖVP) eine positive Bilanz zur Frauenstrategie „Frauen.Leben.2030“. Das im März 2018 parteiübergreifend und einstimmig im Landtag beschlossene Programm enthält acht Handlungsfelder, 32 Wirkungsindikatoren und 156 Maßnahmen zur Erreichung der Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen in OÖ — und knapp 2000 Oberösterreicher haben sich an der Erarbeitung beteiligt.

Frauenpolitik geht alle an

Alle Ressorts in der Oö. Landesregierung haben sich dazu bekannt, in ihrem jeweiligen Wirkungsbereich Maßnahmen zur Umsetzung der Strategie zu setzen. „Dabei werden sowohl bereits erfolgreiche Projekte fortgeführt, forciert oder evaluiert als auch neue Schwerpunkte und Maßnahmen gestartet“, so Haberlander. „Frauenpolitik und damit auch die Umsetzung der Frauenstrategie ist nicht die Aufgabe des Frauenreferats oder eines einzelnen Ressorts. Frauenpolitik ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

Dass es noch viel zu tun gibt, zeigen auch einige Zahlen: So sei zwar der Anteil der weiblichen Lehrlinge in technischen Berufen tendenziell leicht steigend, lag aber 2018 gerade einmal bei acht Prozent, was 712 jungen Frauen entspricht — 2017 waren es 678. Umgekehrt erreichte der Männeranteil in Kinderbetreuungsberufen 2017/18 nur 2,1 Prozent (207 Beschäftigte). Sie sei „froh über jeden jungen Mann, der sich für den Beruf begeistern kann“, so Haberlander. Denn über diesen Weg könnte man Interesse für eine Ausbildung in diesem Bereich wecken.

Ebenfalls noch recht verhalten sei auch noch der Zuspruch zum freiwilligen Pensionssplitting. In den Jahren 2010 bis 2017 haben dieses in OÖ gerade einmal 95 Männer und zwölf Frauen in Anspruch genommen. Haberlander würde es für sinnvoll halten, die Möglichkeit stärker zu bewerben, will aber vorher die Entwicklungen auf Bundesebene abwarten

Alles andere als zufriedenstellend ist SPÖ-Landesfrauenvorsitzende LAbg. Sabine Promberger: „Wenn man sich die Betreuungsquote bei den unter Dreijährigen ansieht, gibt es noch viel zu tun. Mit den derzeit 16,1 Prozent verfehlt OÖ das Barcelona-Ziel von 33 Prozent bei Weitem.“

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