Herbert Schicho

Meinung

von Herbert Schicho

Skandalisierung

Das Wort „Skandal“ hat sieben Buchstaben, aber nicht alles, was sieben Buchstaben hat, ist ein „Skandal“. Doch die Opposition scheint derzeit trotzdem überall Skandale zu sehen – das mag mit einer gewissen Verzweiflung zusammenhängen.

Denn einerseits gelingt es SPÖ und FPÖ noch immer nicht, die innerparteilichen Probleme in den Griff zu bekommen. Egal ob Doskozil auf Bundesebene oder Brockmeyer und Luger auf Landesebene, die SPÖ-Spitzendamen werden in regelmäßigen Abständen desavouiert. Und bei der FPÖ schafft man es nicht, sich aus eigener Kraft aus dem Sumpf zu retten und versucht deshalb, möglichst alle in den Sumpf hineinzuziehen – unter dem Motto, wenn alle ein bisschen dreckig sind, fällt mein Dreck nicht mehr auf.

Und andererseits schafft es die Opposition auch nicht, bei der Bevölkerung das Vertrauen in die Regierung zu untergraben und bei den Umfragen zu punkten. Aus der Verzweiflung heraus läuft die Skandalisierungs-Maschinerie immer heißer.

„Die Opposition scheint derzeit überall Skandale zu sehen – das mag mit einer gewissen Verzweiflung zusammenhängen.“

Und das ist leider nicht unproblematisch: Denn erstens ist es immer schwieriger, zwischen echten und nur ausgerufenen Skandalen zu unterscheiden. Und zweitens wird das Bild erzeugt, dass Politik grundsätzlich ein Skandal sei.

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