Skispringerin Kramer will in Ramsau weiterjubeln

Skispringerin Sara Marita Kramer will ihren Höhenflug in Ramsau fortsetzen. Die Salzburgerin hat zuletzt in Klingenthal zwei Großschanzenerfolge gefeiert, in ihrer aktuellen Hochform wird die 20-Jährige aber auch am Freitag vom kleinen Bakken in der Steiermark nur schwer zu schlagen sein. Vier Siege in sechs Saisonbewerben und ein bereits deutlicher Vorsprung im Gesamtweltcup auf die Deutsche Katharina Althaus sprechen eine deutliche Sprache.

Mittlerweile hält Kramer bereits bei zwölf Weltcuperfolgen, ÖSV-Rekordlerin ist Daniela Iraschko-Stolz mit 16. Die internationale Bestmarke hat Sara Takanashi mit 60 inne. Während die Japanerin in diesem Winter noch auf einen Podestplatz wartet, lief es für Kramer wie am Schnürchen. Zudem kennt sie die Ramsau-Anlage aus zahlreichen Trainings bestens und hat dort auch 2020 gewonnen. „Wir kommen also mit einer Extra-Portion Vorfreude in die Ramsau und bringen auch sehr gute Erinnerungen aus dem Vorjahr mit“, betonte Kramer. „Das ist eine ganz coole Schanze, auch wenn es nicht so weit hinunter geht, wie zuletzt in Klingenthal.“

Ihr zweiter Sieg in Deutschland war wieder überlegen ausgefallen. Sollte es in ähnlicher Tonart weitergehen, wäre der Gesamtweltcupsieg die logische Folge. In der Vorsaison mit sieben Siegen hatte diesen nur eine zwischenzeitliche Corona-Zwangspause wegen unklarer Testergebnislage knapp verhindert. Die Pandemie ist zu einer unberechenbarer Konstante geworden, in Ramsau verhindert sie Zuschauer.

ÖSV-Trainer Harald Rodlauer konstatiert Kramer eine derzeit enorme Performance in allen Bereichen, ein Selbstläufer sei der Heimsieg aber keineswegs. „Man muss schon sehen, dass Ramsau eine andere, kleine Schanze ist, da wird es schon schwieriger. Man muss sich schnell umstellen. Die Abstände werden sehr eng sein, und die Konkurrenz ist stark. Sie hat es aber auf jeden Fall drauf, sie hat derzeit ein super Level und zuletzt Außergewöhnliches gezeigt“, erklärte Rodlauer im Gespräch mit der APA – Austria Presse Agentur. Dementsprechend hoch ist der Anspruch. „Sie will natürlich gewinnen.“

Um Kramer nur ja nicht aus der Erfolgsbahn zu werfen, werden etwaige Verbesserungsmöglichkeiten nur ganz leise oder gar nicht angesprochen. „Wir wollen da nicht viel zerreden und hineininterpretieren. Wenn du so überlegen gewinnst, was willst du da verbessern?“ Kramer selbst hatte den Telemark immer wieder als einen Schwachpunkt ausgemacht. Bei ihrer derzeitigen Weitendominanz sind perfekte Landungen aber ohnehin nur ein Bonus.

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Einen finanziellen ermöglicht indes die vom ÖSV neu geschaffene „Alpenkrone“-Wertung. Diese umfasst neben Ramsau die beiden Hinzenbach-Bewerbe Ende Februar. Zusätzliche 10.000 Euro gibt es für die Gesamtsiegerin. „Das ist auf jeden Fall eine großartige Sache. Man sieht, dass sich unser Sport in die richtige Richtung entwickelt“, zeigte sich Kramer erfreut. Die Serienwertung ergänzt drei bereits bestehende, dies sind die Silvester-Tour in Ljubno (2 Springen), die Raw Air in Norwegen (3) und die Blue Bird Tour in Russland (4) am Saisonende.

Die besseren Verdienstmöglichkeiten sind auch für Rodlauer ein weiteres Indiz, dass das Frauenskispringen an Bedeutung gewinnt. „Es geht speziell in den letzten drei Jahren sehr gut nach oben. Die Aufmerksamkeit ist durch die Erfolge größer geworden, es wird viel getan, wir haben auch viel mehr Weltcups. Darüber bin ich schon sehr happy.“ Ein Erfolgsfaktor seien die ausgezeichneten Rahmenbedingungen im Verband bis hin zur Unterstützung durch die neue Führung um Präsidentin Roswitha Stadlober, die auch in Ramsau vor Ort sein wird.

Rodlauer muss sich aber nicht nur auf Kramer alleine verlassen. Die unermüdliche Ex-Weltmeisterin Iraschko-Stolz (3. in Nischnij Tagil), Eva Pinkelnig und Co. landeten ebenfalls schon mehrfach im Spitzenfeld. „Auch für sie ist das Podest nicht außer Reichweite“, bekräftigte der 55-Jährige vor der Ramsau-Qualifikation am Donnerstag.

Erfolgreich waren zuletzt aber auch die österreichischen Männer, die am Wochenende in Engelberg ihre traditionelle Tourneegeneralprobe absolvieren. Das Aufgebot um Klingenthal-Sieger Stefan Kraft verstärkt in der Schweiz Ulrich Wohlgenannt, der im Kontinentalcup einen siebenten Startplatz erobert hat.

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