Skoda Enyaq iV 80 – Viel Plus, kaum Minus

Auch Skoda ist auf den E-Auto-Express aufgesprungen. Der jüngste Wurf der Tschechen hört auf den Namen Enyaq und will hierzulande vor allem mit Design, Reichweite, Verarbeitungsqualität und den markentypischen Simply-Clever-Details punkten.

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Eine lange Tradition hat Skoda allemal, aber nicht gerade auf dem Gebiet der E-Mobilität. Der erste rein elektrische Skoda hörte auf den Namen Citigo, der baugleich mit den Konzernbrüdern Seat Mii und VW E-Up war.

Das Gastspiel dauerte nicht lange, es startete im Jahr 2019 und 2020 war bereits Schluss. Doch das war nicht das Ende der Fahnenstange, denn Ende des Vorjahres stellten die Tschechen den Enyaq vor, der durchaus als Elektroerstling von Skoda durchgehen kann, auch wenn er natürlich die VW-konzerneigene MEB-Plattform zur Grundlage hat.

Typenschein

Skoda Enyaq iV 80 5-türig

Preis: ab € 46.470,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 62.180,20 unter anderem inklusive schwenkbarer Anhängerkupplung € 933,60, Drive-Paket Sport Plus € 945,60, Fahrerassistenz-Paket Plus € 1104,-, Family-Paket Plus € 565,20, Klima-Paket Plus € 865,-, Komfort-Paket Plus € 1404,-, 125 kW-DC-Ladeleistung € 525,60,-, Licht und Sicht-Paket € 1350,-, 21-Zoll-Felgen € 1352,40, Memorysitz-Paket Basic € 525,60, Panorama-Glasschiebe- und Ausstelldach € 996,-, Parkhilfe-Paket Plus € 649,- und Wärmepumpe € 1206,-; einen Skoda Enyaq (iV 60) gibt es ab € 40.060,-
NoVA/Steuer: 0 %/ € 0,- jährlich
Garantie: 2 Jahre, 3 Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung, 8 Jahre bis max. 160.000 km auf den Akku
Service: alle 2 Jahre

Technische Daten:
Motor: 132 kW/180 PS, 70 kW/95 PS Nenndauerleistung, max. Drehmoment 310 Nm bei 6000 U/min
Getriebe: Eingangautomatik
Antrieb: Heckantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 8,5 s
Leistungsgewicht: 12,12 kg/PS
WLTP-Verbrauch: 18,1 kWh
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 18,8 kWh

Eckdaten:
L/B/H: 4649/1879/1616 mm
Radstand: 2765 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 2182/2612 kg
Kofferraum: 585-1710 Liter
Akku brutto/netto: 82/77 kWh
Reifen: 4 x 255/40 R21 102T auf 21“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LKA/ACC
Airbags: 7

Geländedaten:
Bodenfreiheit: 186 mm
Böschungswinkel vorne/hinten: 15,4°/16,7°

Davon abgesehen ist der kristalline Enyaq – ein Blick auf die LED-Scheinwerfer und den geschlossenen, großen Kühlergrill reicht, um das zu sehen – ganz schön eigenständig. Er bleibt im Ausdruck der Designsprache der Marke treu und ist optisch dominant.

Vor allem das Heck des Fünftürers ist wuchtig. Der 4,65 Meter lange Fünfsitzer hat sich ganz dem SUV-Dasein verschrieben, was unter anderem 186 Millimeter Bodenfreiheit, breit ausgestellte Radkästen, Plastikbeplankungen, kurze Überhänge, 21-Zöller und ein steil abfallendes Heck mit sich bringt.

Innen bringt der vernetzte Enyaq ein beachtliches Platzangebot mit. Selbst fünf Erwachsene sitzen komfortabel. Der Kofferraum mit doppeltem Ladeboden ist mit 585 bis 1710 Liter ebenso üppig dimensioniert, einen Frunk (also einen Kofferraum unter der Motorhaube) sucht man indessen vergeblich.

Und dank niedriger Ladekante und elektrischer Heckklappe entpuppt sich der Tscheche auch als wohlfeiler Transporteur. Pluspunkte im Innenraum sind die Materialauswahl, die Verarbeitung, die Praktikabilität und der Sitzkomfort. Das Mini-Digitaldisplay hinter dem wuchtigen Lederlenkrad – also die klassischen Cockpitanzeigen – ist jedoch ein Witz.

Klar, rudimentäre Infos sind zwar da, aber Infotainment und Individualisierbarkeit kommen hier zu kurz, zumal andere E-Autos hier deutlich praktikablere Wege gehen. Am großen, mittig platzierten Touchscreen gibt es hingegen nichts auszusetzen.

Sowohl in Sachen Menüführung und Responsezeiten weiß das System zu überzeugen. Knöpfe sucht man indessen vergebens, wer die klangvolle Soundanlage lauter drehen will, muss sich mit dem Touchslider herumschlagen.

Die Fahreigenschaften sind indessen überzeugend. Der 180 PS starke und leise Motor schiebt den 2,2-Tonner über die Hinterräder dynamisch an. Die, laut Zulassungsschein, 160 km/h Spitze sind mehr als ausreichend, denn ab 130 km/h wird der Enyaq ganz schön gierig nach Strom.

Davor verhält sich der Tscheche wie ein Gentleman: mit angenehmem Federungskomfort, präziser und direkter Lenkung und tadelloser Traktion. Die Rekuperation ist über Schaltwippen einstellbar, die Bremsen agieren wie die Assistenzsysteme: Unaufgeregt und sicher. Das Heck bricht auch bei schnellen Kurvenpassagen kaum aus, eher neigt er zum frühen Untersteuern. Der Verbrauch ist mit 18,8 Kilowattstunden angemessen für das Gewicht.

Auf der fair bepreisten Optionenliste findet sich auch die Schnelllademöglichkeit mit 125 Kilowatt. Das zahlt sich auf jeden Fall aus, denn so wird der 77 Kilowattstunden große Akku binnen 40 Minuten von null auf 80 Prozent geladen.

Beim Verbrauch zeigt sich der Enyaq mit 18,8 Kilowattstunden zudem sparsam – daher sind 400-Kilometer-Fahrten am Stück durchaus möglich. Und schlussendlich wartet der Tscheche auch mit den markentypischen Simply-Clever-Details auf – unter anderem mit dem Parkuhrhalter, dem Eiskratzer in der Heckklappe, dem Regenschirmablagefach in der Fahrertüre sowie einem Ladekabelreiniger.

Fazit

Der Skoda Enyaq ist ausstattungstechnisch elektrisierend, fahrtechnisch ausgereift und preislich okay. Auf jeden Fall familientauglich, alltagstauglich und reisetauglich.

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