Smart eq fortwo: Hipper Stadtfloh

Von Oliver Koch

Die Idee eines elektrischen Smart ist so alt wie das Fahrzeug selbst, schließlich hatte Erfinder Johann Tomforde nie etwas anderes vor. Als Geburtsstunde kann man wohl den 4. März 1994 heranziehen, an dem Tag stellte das Joint-Venture Micro Compact Car (MCC) die ersten Smart-Studien, die Elektrovariante trug den Namen Eco-Sprinter. Hinter MCC stehen übrigens Daimler (Mercedes) und SMH (Swatch Uhren). Was folgte, war vor allem in den Ballungszentren ein Erfolgslauf, denn der Stadtfloh war von Beginn an hip – und bediente auch wegen seines Äußeren zum Teil diese hippe Klientel.

Typenschein

Smart eq fortwo cabrio

Preis: ab € 26.380,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 31.656,05,- unter anderem inklusive Rückfahrkamera € 347,90, Laderaumabdeckung mit Netztasche € 121,-, Winter-Paket € 141,20, LED & Sensor-Paket € 554,60 und Cool & Media-Paket € 776,50; einen Smart eq fortwo gibt es ab € 23.070,-
NoVA/Steuer: 0 %/ € 0 jährlich
Garantie: 4 Jahre bis max. 120.000 km (Wertpaket), 2 Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung, 8 Jahre bis max. 100.000 km auf die Batterie
Service: laut Serviceheft bzw. Bordcomputer

Technische Daten:
Motor: Fremderregter Drehstrom-Synchronmotor, 60 kW/81 PS, max. Drehmoment 160 Nm, Lithium-Ionen-Akku mit 17,6 kWh Batteriekapazität
Getriebe: Eingangautomatik
Antrieb: Heckantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 11,8 s
Leistungsgewicht: 12,84 kg/PS
Verbrauch: 129 Wh/km
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 144 Wh/km
Reichweite: 160 km

Eckdaten:
L/B/H: 2695/1663/1555 mm
Radstand: 1873 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1040/1320 kg
Kofferraum: 260-350 Liter
Reifen: vorne 2 x 165/65 R15 81T auf 15“-Alus, hinten 2 x 185/60 R15 84T auf 15“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/ACC
Airbags: 4

Der elektrische Fahrspaß ist mittlerweile in seiner vierten Modellgeneration angelangt, dabei gibt es den Kleinstwagen also Coupé, Cabrio und – seit 2017 – auch als Viersitzer. Das Cabrio erweist sich dabei im Sommer also perfekte Wahl, wenn nämlich die Kühlung durchs Oben-ohne-Fahren erreicht wird. Doch nicht nur das steht dem Smart fortwo prinzipiell gut. Der gerade einmal 2,7 Meter lange Wagen pflegt sein knuffiges Äußeres durch seine leicht kantige Form mit der relativ langen Motorhaube, den riesigen Frontscheinwerfern, die zwei fröhlichen Augen ähneln, während der geschwungene Kühlergrill an einen lachenden Mund erinnert. Das steil abfallende Heck mit seinen quadratischen Rückleuchten passt da gut ins Bild, ebenso das schwarze Stoffdach (das leider nicht besonders gut den Lärm dämmt) – also summa summarum ein leichtfüßiger Auftritt des Eintonners.

Dass der Wagen für diese Länge so schwer ist, hat natürlich mit der Batterie zu tun, die laut Norm für 160 Kilometer Fahrstrecke reicht. In der Praxis schafft man – vor allem im Eco-Modus – gut und gerne 140 Kilometer. Zum Batteriefresser mutiert alles jenseits von Tempo 100 (zum Glück ist der Elektro-Smart mit 130 km/h abgeriegelt) und die Klimaanlage (zum Glück ist es ein Cabrio). Dann muss man schon nach knapp 110 Kilometern dem Zweisitzer rechts hinten wieder Strom zuführen. Das geht dafür ratzfatz, mit 22 Kilowatt Ladeleistung hat der Smart in weniger als 45 Minuten wieder 80 Prozent Reichweite, an der Haushaltssteckdose lädt der Franzose – er läuft in Hambach vom Band – problemlos über Nacht voll auf.

Das Kapital des Smart ist vor allem der agile, recht hoch sirrende 81 PS starke E-Motor, mit dem er in der Stadt zum Speed-King wird. Dazu kommt ein phänomenaler Wendekreis von gerade einmal 6,95 Metern und eine gute Übersicht nach vorne und zur Seite – den großen Fenstern sei Dank. Die Lenkung hingegen ist schwerfällig, dafür präzise und wer mit dem E-Smart unterwegs ist, weiß über den Straßenzustand bestens Bescheid. Die Bremsen sind top, aber bei einem E-Auto sollte man eher die Rekuperation wirken lassen, die naturgemäß im Eco-Modus deutlich stärker als im normalen Fahrmodus ist.

Die Serienmitgift ist für 26.380 Euro Grundpreis okay, mit ein paar Extras – etwa Rückfahrkamera, Sitzheizung oder LED-Leuchten – summiert sich das zu einem recht ansehnlichen Preis von mehr als 31.000 Euro. Dafür fährt man in einem herzallerliebsten, geräumigen Zweisitzer, dessen poppiger Innenraum vor allem durch die runden Lüftungsdüsen und der ebenfalls runden Energieanzeige auf dem Dashboard links des Lenkrads beherrscht wird. Positiv: Die Ablagen sind erstaunlich groß und viele im Fahrgastraum, der hoch liegende Kofferraum fasst halt nur den Wochenendeinkauf für eine Kleinfamilie. Mehr muss er aber auch nicht.

Fazit: Der Platz im Smart fortwo ist ausreichend für Zwei, beim Wenden und Parken macht ihm keiner was vor und höhere Geschwindigkeiten stellen ihn auch vor kein großes Problem. Mehr Auto braucht man im urbanen Bereich nicht und dort ist diese E-Auto-Variante höchst sinnvoll.

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