So lustig ist das Organistenleben

Bruckneruni: Musikalisch-Parodistisches von Kreuzhuber & Habringer

Wolfgang Kreuzhuber (li.) und Rudolf Habringer (rechts) beim Orgelkabarett
Wolfgang Kreuzhuber (li.) und Rudolf Habringer (rechts) beim Orgelkabarett © Dommusikverein Linz/Stefanie Petelin

Von Georgina Szeless

Der Organist ist eine besondere Spezies. Er sitzt meist weit oben auf der Kirchenempore weit weg vom Publikum und badet im Klang der Instrumentenkönigin. Zum dankbaren Thema Orgel boten Domorganist Wolfgang Kreuzhuber und der musik- und orgelbegeisterte Schriftsteller Rudolf Habringer am Mittwoch einen heiteren, von Besuchern gestürmten Abend in der Bruckneruni und fuhren einen Bombenerfolg ein.

Alles fing mit dem Originalklang der Glocken des Mariendoms an, die angeblich gekoppelt mit der Orgel funktionieren, so kommt es laut Habringer zu einem Kurzschluss. Er wusste noch vieles zur Premiere seiner Geschichten zu erzählen. Alle Register ziehend versprühte er seine Einfälle über die Organisten und ihre schwierige Kommunikation mit dem Mesner, der Putzfrau oder einer Kollegin, die sich vergeblich um die Organistenstelle bemüht. Immer wieder gingen Lachsalven durch das Publikum, wenn es Pointen regnete.

Etwa dass sich die Kirche mit Besuchern aus der „Hörgerätegeneration“ längst geleert hat und der Organist noch weiterspielt oder ein ahnungsloser Brautvater den „Hochzeitsmarsch“ für die Tochter bestellt und auf Bocellis „Ave Maria“ beharrt. Weil aber auch auf Schubert oder Bach-Gounod die Rede kommt, der Organist sich dann zu einem Verschnitt aus allen bereit erklärt. Den stellt prompt dann Kreuzhuber vor, wie andere schräge Musik zwischen den Texten, er kann’s also auch anders als sonst. Lustig war alles. Kreuzhuber und Habringer nutzten ihre kongeniale Partnerschaft für einem amüsanten Abend — hoffentlich nicht zum letzten Mal.